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CMU: Zäh, aber zentral für Europas Zukunft

Die europäische Kapitalmarktunion (CMU) kommt zu langsam voran, ist aber für Wachstum und Risikoteilung in der EU unverzichtbar. Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, kritisiert den Fortschritt seit 2014 als 'skizzenhaft' und 'inkonsistent'.

CMU: Das unvollendete Integrationsprojekt

Seit Jean-Claude Juncker 2014 die Kapitalmarktunion ausrief, ringt Brüssel um deren Umsetzung.

Kochers Kritik am 'skizzenhaften' Fortschritt spiegelt die Frustration vieler Beobachter wider, die in der CMU einen entscheidenden Hebel für Europas wirtschaftliche Souveränität und Resilienz sehen.

Insbesondere nach Pandemie und geopolitischen Schocks wächst der Druck, Abhängigkeiten zu reduzieren und Wachstumspotenziale im Binnenmarkt zu heben.

Die Debatte um EU-Bonds als 'Safe Asset' zeigt zudem, wie eng Finanzmarkt- und Fiskalintegration verknüpft sind – eine politische Gratwanderung.

Kocher mahnt: CMU braucht mehr Biss

Kochers deutliche Kritik am schleppenden Fortschritt der Kapitalmarktunion ist ein wichtiges Signal aus der Eurozone.

Er untermauert die Notwendigkeit tieferer Finanzintegration mit konkreten Zahlen zur mangelnden Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Die Forderung nach mehr Tempo ist nicht neu, erhält aber durch die Position des OeNB-Gouverneurs Gewicht.

Für Investoren: Die CMU bleibt politische Priorität, ihre Umsetzung aber zäh.