Inflation Shock Momentum: Neue Methode prognostiziert Teuerung
Ökonomen der Federal Reserve Bank of San Francisco haben eine neue Methode entwickelt, um 'Inflation Shock Momentum' zu messen. Der daraus abgeleitete ISM-Index prognostiziert die aggregierte PCE-Inflation bis zu drei Jahre im Voraus.
Neuer Filter für Inflationsschock-Momentum
Kevin J. Lansing und Adam Hale Shapiro von der Federal Reserve Bank of San Francisco haben einen nicht-parametrischen Filter entwickelt, der anhaltende Richtungsbewegungen in monatlichen Inflationsschocks identifiziert – ein Konzept, das sie als 'Inflation Shock Momentum' (ISM) bezeichnen.
Durch die Analyse von über 100 disaggregierten Kategorien der persönlichen Konsumausgaben (PCE) isolieren sie den Anteil der Kategorien, die in einem bestimmten Monat ein positives oder negatives Inflation Shock Momentum aufweisen.
Der ISM-Index wird als Netto-Positiv-Momentum-Anteil der ausgaben-gewichteten Kategorien definiert (positiv minus negativ).
Die Studie zeigt, dass der ISM-Index hilft, die aggregierte PCE-Inflation über Horizonte von ein bis drei Jahren vorherzusagen, selbst wenn andere Inflationsprädiktoren berücksichtigt werden.
Er ist besonders nützlich, um aufkommenden disinflationären Druck zu erfassen und zukünftige Inflationsbewegungen in Echtzeit zu prognostizieren.
Transitorisch oder persistent?
Die Pandemie-Inflation zeigte die Schwierigkeit für Entscheidungsträger, transitorische von persistenten Inflationsschocks zu unterscheiden.
Eine späte Erkennung anhaltender Drücke birgt das Risiko entankerter Erwartungen und erfordert stärkere Reaktionen.
Umgekehrt können verfrühte Straffungen unnötige Wirtschaftsverluste verursachen.
Frühzeitige Indikatoren für Verschiebungen im Inflationsumfeld sind daher entscheidend.
Fed-Chef Jerome Powell betonte im November 2021, das Wort 'transitorisch' sei zu 'verabschieden', da das Risiko hartnäckiger Inflation gestiegen sei.
Der ISM-Index bietet hier eine quantitative Messgröße für anhaltenden Inflations- oder Disinflationsdruck.
Ein wichtiges Werkzeug für die Fed
Der ISM-Index bietet Zentralbanken ein wertvolles, vorausschauendes Instrument, um Inflationsdynamiken jenseits traditioneller Messgrößen besser zu verstehen.
Seine Fähigkeit, langfristige Inflation zu prognostizieren und zwischen aufwärts- und abwärtsgerichteten Drücken zu unterscheiden, könnte geldpolitische Reaktionen erheblich verbessern.
Dies ist besonders relevant in Zeiten hoher Unsicherheit, um Fehlinterpretationen von Inflationsschocks zu vermeiden und die Preisstabilität effektiver zu sichern.
Quelle: Measuring Inflation Shock Momentum
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