Ugandas Ölreichtum: Atingi-Ego fordert nachhaltige Entwicklung über die Förderung hinaus
BIS Speech Read in English

Ugandas Ölreichtum: Atingi-Ego fordert nachhaltige Entwicklung über die Förderung hinaus

Michael Atingi-Ego, Gouverneur der Bank von Uganda, ruft dazu auf, Ugandas Ölreichtum als Katalysator für eine inklusive und nachhaltige Wirtschaft zu nutzen. Er betonte dies auf der 6. National Content Conference am 3. Dezember 2025 in Kampala.

Vom Ölbohrloch zur nationalen Wertschöpfung

Uganda steht an einem entscheidenden Punkt seiner Wirtschaftsgeschichte.

Die 'Tenfold Growth Strategy' zielt darauf ab, die Wirtschaft bis 2040 von 50 Milliarden auf 500 Milliarden US-Dollar zu erweitern.

Diese Strategie ruht auf vier Säulen (ATMS): Agro-Industrialisierung, Tourismus, Mineralien-basierte Entwicklung (einschließlich Öl und Gas) sowie Wissenschaft, Technologie und Innovation.

Diese sind als miteinander verbundene Motoren für inklusives, nachhaltiges Wachstum konzipiert.

Öl und Gas sind dabei der zentrale Antrieb.

Ökonomen wie Paul Collier und Joseph Stiglitz betonen, dass der wahre Erfolg nicht in der Extraktion, sondern in der Umwandlung von Ressourcen in produktive Vermögenswerte liegt.

Die bereits investierten 11 Milliarden US-Dollar im Erdölsektor bilden die Grundlage für Infrastruktur wie Straßen und Industrieparks, die über das Ölzeitalter hinaus Bestand haben sollen.

Der Erfolg misst sich daran, ob Ugandas Ölzeit befähigte Unternehmen, qualifizierte Arbeitskräfte und resiliente Gemeinschaften hinterlässt.

Hüter der Stabilität, Verwalter der Zukunft

Die Bank von Uganda (BoU) fördert Preisstabilität und ein solides Finanzsystem als Grundlage für Ugandas Transformation.

Das mittelfristige Ziel von 5 Prozent Kerninflation sichert den Wert von Ersparnissen und Löhnen.

Die BoU wird entschlossen gegen Aufwertungsdruck durch Öleinnahmen vorgehen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die 'Holländische Krankheit' zu verhindern.

Zinserhöhungen um 350 Basispunkte zeigten das Engagement für Stabilität.

Die BoU hat eine doppelte Rolle: makroökonomische Stabilität zu wahren und die Petroleum Revenue Investment Reserve (PRIR) für künftige Generationen zu verwalten.

Die PRIR ist ein strategisches Instrument, das Öleinnahmen in dauerhafte Vermögenswerte umwandeln soll, um heutige Bedürfnisse mit zukünftigen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.

Mehr als nur Bohren: Ein Vermächtnis schaffen

Ugandas Ansatz, den Ölreichtum über die reine Extraktion hinaus zu denken, ist ambitioniert und potenziell wegweisend.

Die Betonung auf 'National Content', der auf den Aufbau von Fähigkeiten und integrierte Entwicklungskorridore abzielt, ist entscheidend für langfristigen Erfolg.

Ob diese Vision jedoch in der Praxis umgesetzt werden kann, bleibt die größte Hürde für ein echtes Vermächtnis.