Atingi-Ego: Nachhaltigkeit wird Pflicht für Ugandas Banken
Michael Atingi-Ego, Gouverneur der Bank von Uganda, stellte zwei Initiativen vor, die den Finanzsektor des Landes nachhaltiger gestalten sollen. Dazu gehören Kapazitätsaufbau für IFRS S1/S2 und ein ESG-Rahmenwerk für Mikrofinanzinstitutionen.
IFRS S1/S2: Von Compliance zu Strategie
Die Bank von Uganda (BoU) treibt die Einführung der International Financial Reporting Standards (IFRS) S1 und S2 voran.
Diese Standards, deren Roadmap im September 2024 verabschiedet wurde, verpflichten Finanzinstitute ab Januar 2028 zur Offenlegung von Nachhaltigkeits- und klimabezogenen Risiken.
Gouverneur Atingi-Ego betonte, IFRS S1 und S2 seien keine reinen Compliance-Lasten, sondern „Übersetzer“, die Umweltauswirkungen in die Sprache der Finanzentscheidung überführen.
Die BoU hat im November 2025 entsprechende Aufsichtsleitlinien erlassen und im Oktober 2025 Richtlinien für klimabezogene Finanzrisiken veröffentlicht.
Das nun gestartete Kapazitätsaufbauprojekt soll technische Lücken schließen und den Sektor auf die Umsetzung vorbereiten, damit die Standards als strategische Werkzeuge genutzt werden können.
Mikrofinanz: Nachhaltigkeit für SACCOs
Ein zweites Projekt widmet sich der Entwicklung des Tier IV ESG-Rahmenwerks für Mikrofinanzinstitutionen, insbesondere Savings and Credit Cooperative Societies (SACCOs).
Diese wurden im Juni 2023 unter die Aufsicht der BoU gestellt und müssen sich bis zum 30. September 2026 lizenzieren lassen.
Die BoU verfolgt einen „fördernden Regulierungsansatz“, um den Übergang zu erleichtern.
Lizenzierte SACCOs erhalten Zugang zu Einlagenschutz, verbesserten Berichtssystemen und subventionierten Finanzierungen.
Atingi-Ego hob hervor, dass „Inklusion ohne Nachhaltigkeit unvollständig“ sei.
Das neue Rahmenwerk soll Nachhaltigkeitsberichterstattung auch in diesem Sektor etablieren und die Transparenz für Mitglieder erhöhen.
Uganda als Vorreiter
Uganda positioniert sich mit diesen Initiativen klar als Vorreiter in der nachhaltigen Finanzentwicklung Afrikas.
Die Integration von ESG-Standards in den gesamten Finanzsektor, von Großbanken bis zu Mikrofinanzinstitutionen, ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Finanzstabilität und zur Erschließung neuer Kapitalquellen.
Dies zeigt ein tiefes Verständnis dafür, dass Klimarisiken untrennbar mit Finanzrisiken verbunden sind und eine kulturelle Transformation des Sektors erfordern.
Quelle: Michael Atingi-Ego: Judicial Officers Colloquium
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