Uganda: Finanzmärkte auf dem Weg zur Transformation
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Uganda: Finanzmärkte auf dem Weg zur Transformation

Uganda hat sich im Absa Africa Financial Markets Index 2025 auf den dritten Platz verbessert. Trotz beeindruckender Fortschritte warnt Zentralbankgouverneur Michael Atingi-Ego vor einer Unterauslastung der Marktinfrastruktur.

Aufstieg im AFMI und übertroffene Ziele

Uganda hat im Absa Africa Financial Markets Index (AFMI) 2025 einen bemerkenswerten Aufstieg auf den dritten Platz erreicht, mit einer Punktzahl von 66 gegenüber 64 im Vorjahr.

Damit liegt das Land nur noch hinter Südafrika (86 Punkte) und Mauritius (76 Punkte).

Dieser Erfolg spiegelt die strategische Ausrichtung des Fünfjahresplans der Bank von Uganda (BoU) für 2022-2027 wider, der klare Ziele für den Finanzinklusionsindex (75%), den E-Payments-Index (46%) und den Finanzmarktindex (9%) setzte.

Bis September 2025 wurden diese Ziele weit übertroffen: Der Finanzmarktindex erreichte 36%, eine Vervierfachung des ursprünglichen Ziels.

Dieser Fortschritt ist das Ergebnis gezielter Reformen in der Marktinfrastruktur, einschließlich der Stärkung von Sicherheitenrahmen, der Standardisierung von Interbanktransaktionen durch GMRA und ISDA-Dokumentationen sowie der Einhaltung des FX Global Code zur Erhöhung der Markttransparenz.

Auch die Reformen des Primary Dealer Frameworks trugen zur Stärkung des Handels mit Staatsanleihen bei.

Das Paradox der hochentwickelten Infrastruktur

Trotz dieser Erfolge spricht Atingi-Ego von einem „Sophistication Paradox“: Uganda habe eine hochentwickelte rechtliche und regulatorische Infrastruktur aufgebaut, die jedoch unterausgelastet bleibe.

Die täglichen Devisenumsätze stiegen 2025 auf 22,0 Mrd. USD, und die Devisenreserven belaufen sich auf 5,6 Mrd. USD, was einer Importabdeckung von 4,2 Monaten entspricht.

Dennoch hinken die Pensionsfonds mit 12,2 Prozent des BIP (2024) hinter Kenia (18,5%) und Südafrika (57-63%) her.

Auch die Markttiefe ist begrenzt: Das Kreditwachstum des Privatsektors erreichte im September 2025 nur 9,2 Prozent gegenüber einem Ziel von 14 Prozent.

Das Verhältnis von Privatkrediten zum BIP liegt bei 12,5 Prozent, weit unter dem von Südafrika (57,5%) und Mauritius (69,9%).

Die primäre Herausforderung sei nicht mehr die regulatorische Raffinesse, sondern die Kapitalmobilisierung und Markttiefe.

Hochglanz-Autobahn braucht Verkehr

Uganda steht vor der Herausforderung, seine hochentwickelte Finanzinfrastruktur mit ausreichend Kapital und institutionellen Investoren zu füllen.

Die Regierung muss dringend Gesetze wie das Netting-Gesetz verabschieden und Pensionsreformen vorantreiben, um private Kapitalströme zu mobilisieren.

Ohne diese tiefgreifende Transformation riskiert das Land, die Chancen aus dem erwarteten Ölreichtum zu verspielen und stattdessen Währungsaufwertung und Inflation zu erleben.