US-Notenbanker Barr: Stablecoins brauchen strenge Regulierung
Michael S. Barr von der Federal Reserve warnt vor Geldwäsche- und Finanzstabilitätsrisiken bei Stablecoins. Das GENIUS Act schafft einen Rahmen, doch die Umsetzung ist entscheidend.
Klarheit durch das GENIUS Act
Das im letzten Jahr verabschiedete Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins (GENIUS) Act schafft eine dringend benötigte regulatorische Klarheit für Stablecoin-Emittenten.
Michael S. Barr, Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve, betonte, dass dies die Entwicklung von Stablecoins beschleunigen könnte.
Aktuell dienen Stablecoins hauptsächlich dem Krypto-Handel und als dollar-denominierter Wertspeicher in einigen ausländischen Jurisdiktionen.
Potenzielle weitere Anwendungen umfassen die Reduzierung von Überweisungskosten, die Beschleunigung des globalen Handels und die Optimierung von Treasury-Funktionen globaler Unternehmen.
Zwei Hauptbedenken bleiben jedoch: das Missbrauchspotenzial für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie die Finanzstabilität.
Lehren aus der Geschichte der privaten Währungen
Die Finanzstabilität ist eine zentrale Sorge, da die Qualität und Liquidität der Reservewerte von Stablecoins deren Anfälligkeit bestimmen.
Barr verwies auf die schmerzhafte Geschichte privater Währungen mit unzureichenden Sicherheiten, wie die 'Free Banking Era' in den frühen 1800er Jahren in den USA, die zu häufigen Bank Runs und Finanzpaniken führte.
Auch moderne Geldmarktfonds gerieten während der globalen Finanzkrise und der COVID-19-Pandemie unter Druck.
Stablecoins selbst waren in den letzten Jahren Bewertungsdruck ausgesetzt.
Emittenten haben einen Anreiz, die Rendite ihrer Reservewerte zu maximieren, was in guten Zeiten die Gewinne steigert, aber das Vertrauen in Marktstressphasen untergraben kann.
Erfolg hängt von den Details ab
Das GENIUS Act ist ein wichtiger Schritt zur Minderung von Risiken, indem es zulässige Reservewerte auf eine Liste hochqualitativer, hochliquider Vermögenswerte beschränkt.
Doch die tatsächliche Stabilität von Stablecoins hängt maßgeblich von der detaillierten regulatorischen Umsetzung ab.
Die Herausforderung liegt nun in der konkreten Ausgestaltung von Reserveanforderungen, Kapital- und Liquiditätsvorschriften sowie Maßnahmen gegen Geldwäsche und zum Verbraucherschutz.
Quelle: Michael S Barr: Brief remarks on stablecoins
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