Barr warnt vor Inflationsrisiken und schwindender Bankenstabilität
Michael S. Barr, Mitglied des Federal Reserve Board, skizziert seine Sicht auf die US-Wirtschaft und Geldpolitik. Er äußert Bedenken hinsichtlich der Inflationspersistenz durch externe Schocks und kritisiert die Schwächung der Bankenregulierung.
Widerstandsfähige Wirtschaft, aber mit Komplikationen
Michael S. Barr, Mitglied des Federal Reserve Board, unterstützte die Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der letzten Woche, den aktuellen geldpolitischen Kurs beizubehalten.
Die US-Wirtschaft zeigte sich trotz einer Reihe von Schocks im vergangenen Jahr widerstandsfähig.
Getragen wurde dies von robusten Konsumausgaben, erheblichem Produktivitätswachstum und außergewöhnlich starken Unternehmensinvestitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren.
Barr sieht in KI-Investitionen einen zukünftigen Treiber für starkes Produktivitätswachstum, warnt jedoch vor möglichen erheblichen Arbeitsmarktstörungen.
Das FOMC strebt weiterhin an, die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zurückzuführen und gleichzeitig maximale Beschäftigung zu unterstützen, was durch die jüngsten Entwicklungen erschwert wird.
Externe Schocks belasten den Disinflationsprozess
Mehrere Schocks belasten die Wirtschaft.
Der Konflikt im Nahen Osten treibt Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe, was bei erhöhten Inflationserwartungen das Risiko einer Inflationspersistenz birgt.
Wachsamkeit sei hier geboten.
Zölle haben die Güterpreise erhöht und den Disinflationsprozess ins Stocken gebracht.
Ein jüngstes Urteil senkte die effektive Zollrate auf etwa 10 Prozent, doch Unsicherheit über die langfristigen Auswirkungen bleibt.
Die Verlangsamung des Arbeitskräftezuwachses, hauptsächlich durch reduzierte Nettoimmigration und geringere Erwerbsbeteiligung, führt zu einem 'Low-Hire, Low-Fire'-Umfeld, das den Arbeitsmarkt anfällig macht.
Die Kerninflation lag im Februar bei voraussichtlich 3 Prozent.
Vertrauensverlust im Bankensystem
Michael S. Barr kritisierte Maßnahmen des Federal Reserve Boards, die seiner Meinung nach die Sicherheit und Solidität von Banken schwächen und Finanzstabilitätsrisiken erhöhen.
Er bemängelt Änderungen bei Stresstests, Abweichungen vom Basel-III-Standard und Reduzierungen bei den Zuschlägen für systemrelevante Banken.
Barr befürchtet, dass diese Entwicklungen das Vertrauen in das Bankensystem untergraben und dessen Widerstandsfähigkeit verringern.