Barr: KI verändert Arbeitsmarkt, Inflation bleibt Risiko
Michael S. Barr, Mitglied des Federal Reserve Board, warnte am 17. Februar 2026 vor dem Risiko einer hartnäckigen Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel. Er betonte zudem die tiefgreifenden Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft.
Inflationsrisiken und ein delikater Arbeitsmarkt
Barr teilte seine Einschätzung zur Wirtschaft und Geldpolitik mit.
Der Arbeitsmarkt habe sich nach einer Verlangsamung im letzten Sommer stabilisiert, mit einer Arbeitslosenquote, die weitgehend dem langfristigen Niveau entspricht.
Die Schaffung neuer Arbeitsplätze war im vergangenen Jahr jedoch nahezu null, ebenso wie das Wachstum der Erwerbsbevölkerung.
Dies deutet auf ein vorläufiges, aber delikates Gleichgewicht zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage hin, das anfällig für negative Schocks ist.
Die Inflation, gemessen an den persönlichen Konsumausgaben, verharrt bei 3 Prozent.
Die Disinflation, die Mitte 2022 begann, verlangsamte sich letztes Jahr, da die Güterpreisinflation, maßgeblich durch Zölle, wieder anzog.
Barr sieht ein 'signifikantes' Risiko einer anhaltenden Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed, was Wachsamkeit erfordert.
Die Geldpolitik sollte sich die nötige Zeit nehmen, um die Bedingungen zu bewerten und die Zinsen vorerst stabil halten, bis ein nachhaltiger Rückgang der Güterpreisinflation erkennbar ist.
KI als universelle Technologie und Innovationsmotor
Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere das explosive Wachstum generativer KI, entwickelt sich zunehmend zu einer 'General-Purpose Technology' (GPT).
Solche Technologien, wie die Dampfmaschine oder Elektrizität, zeichnen sich durch weitreichende Verbreitung, kontinuierliche Verbesserung und eine Kaskade nachgelagerter Innovationen aus.
Darüber hinaus könnte KI zu einer 'Erfindung in der Methode des Erfindens' werden, indem sie die Effizienz von Forschung und Entwicklung (F&E) steigert.
Ähnlich wie Computer den Entdeckungsprozess fundamental verbesserten, wird generative KI bereits in F&E eingesetzt und führt zu Durchbrüchen in Bereichen wie der Arzneimittelforschung und Materialwissenschaft.
Kurzfristige Turbulenzen, langfristiger Segen
Obwohl KI langfristig Produktivität und Lebensstandards steigern wird, birgt sie kurzfristig erhebliche Risiken für den Arbeitsmarkt.
Die schnelle Adaption lässt wenig Zeit für Anpassungen, was soziale und wirtschaftliche Verwerfungen verstärken könnte.
Daher ist eine vorausschauende Gestaltung des Übergangs entscheidend, um negative Folgen zu minimieren und die breiten Vorteile zu sichern.