Bullock: Inflation hartnäckiger als erwartet – RBA strafft Geldpolitik
RBA-Gouverneurin Michele Bullock erklärte vor dem Parlament, dass die RBA die Geldpolitik gestrafft habe, da die Inflation im zweiten Halbjahr 2025 stärker als erwartet anstieg. Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent erhöht.
Hartnäckige Inflation erfordert Straffung
Die Inflation in Australien ist seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 zwar erheblich gesunken, hat sich jedoch in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wieder beschleunigt und liegt nun deutlich über den früheren Erwartungen.
Die Kerninflation (Trimmed Mean) stieg von 2,7 Prozent Mitte 2025 auf 3,4 Prozent im Dezemberquartal 2025. Die Gesamtinflation erreichte im Jahresvergleich 3,6 Prozent.
Dieser Anstieg wurde in vielen Kategorien beobachtet, darunter Dienstleistungen, Einzelhandelsgüter und Baukosten für neue Eigenheime.
Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt straff, mit einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 4,2 Prozent im Dezemberquartal, was historisch niedrig ist.
Angesichts dieser Entwicklungen hat der Monetary Policy Board der RBA den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent erhöht.
Diese Maßnahme soll die Nachfrage dämpfen und die Inflation zum Zielkorridor von 2 bis 3 Prozent zurückführen.
Globale Resilienz und KI-Boom treiben Nachfrage
Mehrere Faktoren haben die geldpolitische Einschätzung der RBA verändert.
Die Finanzbedingungen haben sich gelockert, was die Annahme einer restriktiven Geldpolitik im Jahr 2025 in Frage stellt.
Zudem erwies sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähiger als erwartet, mit stärkerem Wachstum bei wichtigen Handelspartnern, teilweise durch den anhaltenden Boom bei KI-Investitionen.
Die private Nachfrage stieg im letzten Jahr ebenfalls stärker als erwartet, angetrieben durch Konsum und Unternehmensinvestitionen.
Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, und Unternehmen berichten weiterhin von Schwierigkeiten bei der Personalsuche.
Dies deutet auf eine übermäßige Nachfrage hin, die das Angebotsvermögen der Wirtschaft übersteigt.
Unpopulär, aber nötig
Die jüngste Zinserhöhung ist eine unpopuläre, aber notwendige Maßnahme, um die Preisstabilität wiederherzustellen.
Obwohl sie Hypothekeninhaber belastet, ist sie entscheidend für die langfristige wirtschaftliche Gesundheit Australiens.
Hohe Inflation schadet allen Bürgern, insbesondere den Schwächsten, und untergräbt die Planungs- und Investitionssicherheit für Haushalte und Unternehmen.