Bullock: Inflation zu hoch, Zinsen steigen weiter
Michele Bullock, Gouverneurin der Reserve Bank of Australia, erklärte vor einem Senatsausschuss, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei. Die RBA habe die Zinsen erhöht, um die Teuerung einzudämmen, doch der Ausblick bleibe wegen des Nahost-Konflikts unsicher.
Nahost-Konflikt befeuert Inflation
Die Inflation in Australien zog in der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich an und verharrt auf einem zu hohen Niveau.
Ursprünglich getrieben durch starkes Produktionswachstum und Kapazitätsengpässe, verschärfte der Nahost-Konflikt die Lage.
Dieser führte zu einem starken Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise, was die Verbraucherpreise für Treibstoff in die Höhe trieb und erste Anzeichen von Zweitrundeneffekten auf andere Güter und Dienstleistungen, einschließlich neuer Wohnkosten, zeigte.
Gouverneurin Bullock betonte, dass dieser Inflationsimpuls zusätzlich zur bereits hohen Teuerung Anfang 2026 wirke.
Der geldpolitische Ausschuss der RBA hat den Leitzins in diesem Jahr um insgesamt 75 Basispunkte erhöht, um die Finanzierungsbedingungen zu straffen und das Nachfragewachstum zu dämpfen.
Ziel ist es, die Inflation unter Kontrolle zu bringen.
Obwohl die vollständigen Auswirkungen 1 bis 2 Jahre dauern, zeigen sich bereits erste Effekte im Wohnungsmarkt, der sich in den letzten Monaten entspannt hat.
Unsichere Aussichten bis Mitte 2027
Die RBA erwartet kurzfristig einen weiteren Anstieg der Inflation, die im Juni-Quartal über 4,5 Prozent ihren Höhepunkt erreichen soll.
Die Kerninflation bleibt voraussichtlich bis Mitte 2027 über dem Zielbereich.
Das BIP-Wachstum wird sich dieses Jahr verlangsamen, bedingt durch höhere Zinsen und den Nahost-Konflikt.
Auch die Arbeitslosenquote dürfte im kommenden Jahr steigen.
Bullock betonte die hohe Unsicherheit der Prognosen und verwies auf zwei im Mai veröffentlichte Szenarien, die bei einem längeren Konflikt im Nahen Osten noch höhere Rohstoffpreise, Inflation und schwächeres Wachstum vorsehen.
Der geldpolitische Ausschuss bleibt datenabhängig und ist entschlossen, Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu gewährleisten.
Zahlungsverkehr im Wandel
Die RBA treibt den Wandel im Zahlungsverkehr aktiv voran.
Die Reformen bei Kartenzahlungen, die das Ende von Aufschlägen und niedrigere Interbankenentgelte umfassen, sollen Transaktionen für Verbraucher und Unternehmen vereinfachen.
Gleichzeitig zeigt das 'Project Acacia' zur Tokenisierung von Vermögenswerten das wachsende Interesse an Effizienzsteigerungen und Risikoreduzierung in den Großhandelsmärkten – ein wichtiger Schritt für Australiens Finanzsystem im digitalen Zeitalter.