Bowman plädiert für flexible KI-Regeln in Banken
Fed-Vizepräsidentin Michelle Bowman fordert verhältnismäßige Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Bankensektor. KI biete große Chancen für finanzielle Inklusion und den Kreditzugang Einkommensschwacher, dürfe aber nicht durch Überregulierung gebremst werden.
Kredite durch alternative Daten
Die Aufsicht muss Innovationen ermöglichen, ohne Geschäftsentscheidungen der Banken mikrozumanagen, betonte Michelle Bowman.
Insbesondere beim Einsatz künstlicher Intelligenz sieht die Fed-Vizepräsidentin Chancen für bisher unterversorgte Bevölkerungsgruppen.
Durch die Analyse alternativer Daten und die Auswertung von Cashflows können Finanzinstitute die Kreditwürdigkeit von Menschen ohne traditionelle Kredithistorie präziser bewerten.
Bowman wies darauf hin, dass die finale Entscheidung über den Innovationseinsatz bei den Banken liegt, da diese ihre Kunden und Risikoprofile am besten kennen.
Die Regulierungsbehörden müssten Transparenz und klare Erwartungen bieten, anstatt starre Vorschriften zu erlassen.
Verhältnismäßigkeit für kleinere Institute
Kleineren Banken fehlen oft die Ressourcen ihrer Großkonkurrenten, weshalb die Aufsicht flexible Vorgaben machen müsse.
Als Vorsitzende des FSB-Ausschusses verwies Bowman auf den jüngst veröffentlichten Bericht zu bewährten KI-Praktiken, für den bis zum 22. Juli Rückmeldungen eingeholt wurden.
Der Leitfaden setzt auf praxisnahe Orientierung statt Einheitsregeln.
„Verantwortungsvolle Innovation und finanzielle Inklusion gehen Hand in Hand“, unterstrich die Fed-Aufsichtschefin.
Regulierung ohne Scheuklappen
Bowmans Plädoyer trifft den wunden Punkt regionaler US-Banken im Technologiewettlauf.
Ein zu rigides KI-Regelwerk würde kleinere Institute vollends gegenüber den Tech-Giganten abkoppeln.
Ob der Spagat zwischen notwendigem Verbraucherschutz und nötiger Flexibilität gelingt, muss die Praxis der Aufsicht erst noch beweisen.