Bowman: Bankenaufsicht an neue Risiken anpassen
Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende für Aufsicht des Board of Governors der Federal Reserve, erläutert vor dem US-Repräsentantenhaus die Modernisierung der Bankenaufsicht. Sie betont die Anpassung an neue Risiken wie KI und Non-Bank-Finanzinstitute, um die Stabilität des US-Finanzsystems zu fördern.
Banken stabil, aber Wettbewerb verschiebt sich
Das US-Bankensystem bleibt laut Michelle W. Bowman solide und widerstandsfähig, mit starken Kapitalquoten und erheblichen Liquiditätspuffern.
Die Banken verzeichnen anhaltendes Kreditwachstum und robuste Profitabilität, während die Kreditausfälle im historischen Durchschnitt liegen.
Jedoch verschiebt sich die Wettbewerbslandschaft: Non-Bank-Finanzinstitute (NBFIs) erobern einen wachsenden Anteil des Kreditmarktes, oft ohne vergleichbare Regulierungsstandards.
Ein Beispiel ist die Verlagerung der Hypothekenvergabe und -verwaltung zu Non-Banks.
Banken haben ihre Kreditstandards für NBFIs aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Kreditprüfung und der Qualität der Sicherheiten verschärft.
Technologische Fortschritte, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), bringen neue Chancen zur Stärkung der Cybersicherheit, aber auch neue Schwachstellen für Cyberangriffe mit sich.
Die Federal Reserve unterstützt regierungsweite Bemühungen zur Verbesserung der Cybersicherheit und arbeitet mit Banken zusammen, um diese komplexen Bedrohungen zu bewältigen.
Ein effektives Management erfordert kontinuierliche Zusammenarbeit und agile Regulierungsrahmen.
Aufsichtsrahmen für Banken modernisiert
Die Federal Reserve hat den Aufsichtsrahmen seit dem letzten Ausschussauftritt von Michelle W. Bowman umfassend modernisiert.
Priorität hat die Aufsicht über Community Banks, für die das Community Bank Leverage Ratio (CBLR) reformiert wurde, um mehr Banken den Zugang zu vereinfachten Kapitalanforderungen zu ermöglichen.
Im März wurden zudem Vorschläge zur Modernisierung des gesamten US-Regulierungskapitalrahmens veröffentlicht.
Diese zielen darauf ab, Anforderungen zu klären, an tatsächliche Risiken anzupassen und die Kreditvergabe zu fördern, insbesondere im Hypothekenbereich, wo der Bankenanteil seit 2008 stark gesunken ist.
Die Aufsicht wird risikobasierter gestaltet, um sie an Größe und Komplexität der Banken anzupassen.
Eine Überprüfung der „Matters Requiring Attention“ (MRAs) führte zu einer Neuausrichtung auf materielle finanzielle Risiken statt prozeduraler Mängel.
Des Weiteren werden die CAMELS-Ratings überarbeitet, um objektivere Kriterien für die Bewertung der Bankensicherheit und -solidität einzuführen.
Regulierung muss mitwachsen
Die Federal Reserve muss regulatorische Schwellenwerte kontinuierlich an Wirtschaftswachstum und Inflation anpassen, um unbeabsichtigte Belastungen für kleinere Banken zu vermeiden.
Dies betrifft etwa die Regeln für Insider-Kredite oder die Anpassung des Mutual-Bank-Rahmens.
Insgesamt stärkt die Kalibrierung von Anforderungen an tatsächliche Risiken sowohl die Finanzstabilität als auch das Wirtschaftswachstum.
Quelle: Michelle W Bowman: Supervision and regulation
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