BIZ-Studie: Geldpolitik beeinflusst Private-Equity-Deals
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BIZ-Studie: Geldpolitik beeinflusst Private-Equity-Deals

Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, dass straffere Geldpolitik das Volumen, die Hebelwirkung und die Preise von Private-Equity-Transaktionen reduziert. Kurzfristige Zinsschocks wirken über Kredit- und Bewertungskanäle.

Straffere Zinsen dämpfen Private Equity

Die Studie der BIZ-Ökonomen Fernando Avalos, Boris Hofmann und Jose Maria Serena analysiert die Transmission von Geldpolitik auf Private-Equity-Transaktionen.

Sie finden, dass kontraktive geldpolitische Schocks am kurzen Ende der Zinskurve die Private-Equity-Aktivität signifikant reduzieren.

Dies äußert sich in geringeren Deal-Volumina, einem reduzierten Einsatz von Fremdkapital (Leverage) und niedrigeren Transaktionspreisen.

Ein Kreditkanal scheint dabei Deal-Volumina und Leverage zu beeinflussen, indem er über Kredit-Spreads wirkt.

Ein Bewertungskanal steuert die Preisbildung, beeinflusst durch die Eigenkapitalrisikoprämie.

Geldpolitische Schocks am langen Ende der Zinskurve zeigen demgegenüber schwächere Effekte auf die PE-Aktivität, wobei die Transmission auf die Preisbildung sogar verschwindet.

Schattenbanken und der blinde Fleck

Die Finanzintermediation hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend von Banken zu Nichtbanken verlagert, insbesondere zu privaten Kapitalmärkten wie Private Equity.

Während die Auswirkungen der Geldpolitik auf private Kreditfonds bereits untersucht wurden, gab es bisher wenig Wissen über die Transmission durch Private Equity.

Diese Studie schließt diese Lücke, indem sie die Auswirkungen geldpolitischer Schocks auf Private-Equity-Deals, deren Finanzierungsstruktur und Preisgestaltung empirisch untersucht.

Sie erweitert frühere Arbeiten, indem sie monetäre Politikschocks in das Modell integriert und zwischen kurz- und langfristigen Zinskurveneffekten differenziert.

Ein längst fälliger Blick hinter die Kulissen

Die BIZ-Studie liefert essenzielle Einblicke in einen bisher unterbeleuchteten Bereich der Geldpolitiktransmission.

Sie bestätigt die weitreichenden Effekte von Zinsänderungen auch jenseits traditioneller Bankkanäle und unterstreicht die Notwendigkeit, das gesamte Finanzsystem im Blick zu behalten.

Für Regulierer bedeutet dies, dass die Überwachung von Private Equity in Zeiten geldpolitischer Straffung noch relevanter wird.