Arbeitszeit-Elastizität in Rezessionen höher
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Arbeitszeit-Elastizität in Rezessionen höher

Drei Ökonomen, darunter von der Federal Reserve und der BIZ, zeigen: Die aggregierte Arbeitszeit-Elastizität ist in Rezessionen höher. Dies liegt an endogener Kapazitätsauslastung in einem neuen Konjunkturmodell.

Kapazitätsgrenzen formen Arbeitsmarkt

Ein neues Konjunkturmodell zeigt, dass die Reaktion der Arbeitsstunden auf Schocks je nach Wirtschaftsphase variiert.

Drei Ökonomen der Federal Reserve und BIZ entwickeln ein Modell mit endogener Kapazitätsauslastung, bei dem die Produktion einen minimalen Arbeitseinsatz erfordert.

Die aggregierte Produktionsfunktion ist geknickt: Sie weist unterhalb der Kapazität (in Rezessionen) konstante Skalenerträge auf und bei voller Kapazität (in Expansionen) abnehmende Erträge.

Dies ist motiviert durch neue empirische Evidenz, dass narrativ identifizierte Arbeitssteuerschocks signifikant größere Auswirkungen auf Arbeitsstunden und Output haben, wenn die Kapazitätsauslastung unter dem Trend liegt.

Das an US-Daten kalibrierte Modell bestätigt: Die aggregierte Arbeitszeit-Elastizität ist in Rezessionen höher und unterscheidet sich deutlich von der Mikro-Elastizität, die durch Präferenzen impliziert wird.

Die Autoren betonen, dass diese Muster darauf hindeuten, dass die wirtschaftliche Aktivität in Expansionen häufig durch Kapazitäten begrenzt ist, während sie nach negativen Schocks vorübergehend unter Kapazität operiert.

Dies wirft die Frage auf, ob die Auswirkungen von verzerrenden Steuern auf die aggregierten Arbeitsstunden und den Output zustandsabhängig sind und systematisch mit dem Grad der Kapazitätsauslastung variieren.

Wenn Steuern die Kapazität treffen

Die Studie leistet drei zentrale Beiträge zur Literatur.

Erstens dokumentiert sie neue empirische Evidenz für die ausgeprägte Zustandsabhängigkeit der Arbeitssteuereffekte, indem sie narrativ identifizierte Steuerschocks nutzt.

Es zeigt sich, dass Steuerpolitik signifikant stärkere Effekte auf die geleisteten Arbeitsstunden hat, wenn die Kapazitätsauslastung unter dem Trend liegt, und wesentlich schwächere Effekte, wenn sie über dem Trend liegt.

Zweitens demonstrieren die Forscher, dass diese Zustandsabhängigkeit auch in einer vollkommen wettbewerbsorientierten Wirtschaft ohne Friktionen wie Suchkosten oder asymmetrische Anpassungskosten entstehen kann.

Der zugrunde liegende Mechanismus ist eine technologische Mindestarbeitsanforderung auf Werksebene, die zwei Anpassungsmargen ermöglicht: die Anzahl der aktiven Werke und die Stunden pro Werk.

Unterhalb der Kapazität bindet die Mindeststundenbeschränkung für einige Werke, und die Anpassung erfolgt hauptsächlich über die extensive Marge, wodurch die aggregierten Arbeitsstunden hoch auf Schocks reagieren.

Bei voller Kapazität sind alle Werke in Betrieb, und die Anpassung erfolgt über die Stunden pro Werk, eine Marge, die abnehmenden Erträgen unterliegt, was die Reaktion der Stunden dämpft.

Drittens ist der Beitrag methodologischer Natur: Die geknickte aggregierte Produktionsfunktion und eine diskontinuierliche Grenzproduktivität der Arbeit erfordern die Anpassung der Monotone-Map-Methode für die Berechnung des kompetitiven Gleichgewichts.

Dies gewährleistet die Eindeutigkeit, Ergodizität und Berechenbarkeit des Gleichgewichts.

Ein Blick hinter die Aggregat-Fassade

Diese Forschung beleuchtet eine oft übersehene Dynamik im Arbeitsmarkt, die für die Geld- und Fiskalpolitik von großer Bedeutung ist.

Die Erkenntnis, dass die Reaktion auf Steuerschocks nicht linear ist, sondern vom Konjunkturzyklus abhängt, sollte die Modellierung und Entscheidungsfindung beeinflussen.

Insbesondere die Implikationen für die Wirksamkeit von Fiskalstimuli in Rezessionen sind bemerkenswert und verdienen weitere Beachtung.