Sleijpen: Europa im Wettlauf um Spar- und Investitionsunion
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Sleijpen: Europa im Wettlauf um Spar- und Investitionsunion

Olaf Sleijpen, Präsident der De Nederlandsche Bank, mahnt zur Eile bei Europas Spar- und Investitionsunion. Er vergleicht den Weg dorthin mit Jules Vernes 'Reise um die Erde in 80 Tagen' und betont die Dringlichkeit.

Europa im Wettlauf gegen die Zeit

Olaf Sleijpen, Präsident der De Nederlandsche Bank, vergleicht Europas Weg zur Spar- und Investitionsunion mit Phileas Foggs Wettlauf gegen die Zeit.

Europa stehe unter enormem Druck durch geopolitische Spannungen mit Russland und China, schwierige Beziehungen zu den USA, eine alternde Bevölkerung, den Klimawandel und stagnierendes Produktivitätswachstum.

"Wenn die europäische Wirtschaft produktiver, dynamischer und wettbewerbsfähiger werden muss, dann jetzt", betonte Sleijpen.

Die Spar- und Investitionsunion sei nicht die einzige, aber ein entscheidender Teil der Lösung, um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Er warnte davor, dass Europa viel verlieren könnte, wenn es nicht gelingt, die Kapitalmärkte zu vertiefen und zu integrieren.

Die Vorteile eines geeinten europäischen Kapitalmarktes seien bekannt, doch die Umsetzung stagniere.

Pragmatismus statt perfekter Pläne

Im Gegensatz zu Phileas Fogg agiere Europa nicht, als ob es sich in einem Wettlauf befinde.

Die Reform des europäischen Kapitalmarktes schreite im Schneckentempo voran, während die europäische Wiederaufrüstung bemerkenswert schnell Gestalt annehme.

Sleijpen forderte, sich auf das Machbare und Wirkungsvolle zu konzentrieren, anstatt auf langwierige Harmonisierungen in Bereichen wie Insolvenzrecht oder Besteuerung zu warten.

Er unterstützte den Ansatz der Europäischen Kommission, die sich auf vier Schlüsselbereiche konzentriert.

Die Fragmentierung des europäischen Kapitalmarktes sei nach dem Brexit, der Europa seinen tiefsten Kapitalmarkt kostete, noch gravierender geworden.

Die Kapitalisierung des EU-Aktienmarktes liege bei 70 Prozent des BIP, in Großbritannien bei etwa dem Doppelten.

Der britische Faktor und die letzte Chance

Die Einbindung Großbritanniens ist für den Erfolg der Spar- und Investitionsunion entscheidend, da die EU viel von dessen Expertise in der Finanzreform lernen kann, etwa die automatische Pensionsvorsorge.

Eine engere Zusammenarbeit über den Kanal hinweg könnte den Weg für gegenseitig vorteilhafte Anpassungen ebnen und Stabilität sowie Wachstum fördern.

Europa kann nicht auf ein Wunder in letzter Minute hoffen, sondern muss mit Dringlichkeit, Pragmatismus und Entschlossenheit handeln, um die gemeinsamen Herausforderungen zu meistern.