Kapitalanforderungen für G-SIBs: Heterogenität erschwert Vergleich
Nationale Flexibilität bei Basel III führt zu heterogenen Kapitalanforderungen für global systemrelevante Banken (G-SIBs). Eine neue BIZ-Studie dokumentiert die Unterschiede und deren Treiber.
Vielfalt in den Kapital-Stacks
Die BIZ-Studie dokumentiert die verschiedenen Komponenten der Kapitalanforderungen global systemrelevanter Banken (G-SIBs) und deren Treiber.
Die Analyse basiert auf einem handgesammelten, harmonisierten Datensatz von 29 G-SIBs aus sieben Jurisdiktionen für den Zeitraum 2014 bis 2025.
Die Daten zeigen eine erhebliche Heterogenität in der Zusammensetzung der Kapital-Stacks über die Jurisdiktionen hinweg.
Während die Mindestanforderungen global konsistent sind, verlangen einige Länder, dass diese stärker mit höherwertigem Kapital als von Basel III vorgeschrieben erfüllt werden.
Die Anzahl der Elemente im gesamten Kapital-Stack variiert zwischen vier und acht.
Im Jahr 2025 trugen einzelne Komponenten, exklusive der Minima, durchschnittlich zwischen 0,1 und 3 Prozentpunkten zum Gesamtkapital bei.
Der Anteil des Kernkapitals (CET1) reichte durchschnittlich von 8 bis 11 Prozentpunkten, während die Gesamtanforderungen (inkl. Additional Tier 1 und Tier
2) zwischen fast 12 und 17 Prozentpunkten lagen.
Risikogewichte und nationale Spielräume
Die Kapitalanforderungen variieren auch aufgrund der Systemrelevanz der Banken.
Basel III G-SIB-Puffer liegen zwischen 1 und 2,5 Prozent der RWA, wobei eine Jurisdiktion bis zu 4,5 Prozent Zuschläge verhängt.
Zudem erschweren unterschiedliche Ansätze bei der Berechnung von Risikogewichten den Vergleich.
Die Studie zeigt eine erhebliche Heterogenität in der durchschnittlichen Risikodichte, beeinflusst durch den Konservatismus der Messansätze und die Nutzung interner Modelle.
Auch die Leverage Ratio Anforderungen für G-SIBs sind heterogen, bedingt durch nationale Minima, Pufferstrukturen und Kapitalqualitätsanforderungen.
Einheitlichkeit nur auf dem Papier
Die Studie entlarvt die Illusion einer einheitlichen Bankenregulierung, da nationale Spielräume die Vergleichbarkeit massiv erschweren.
Trotz Basel III bleiben die Kapitalanforderungen für G-SIBs heterogen, was den Wettbewerb beeinflussen und die Markttransparenz mindern kann.
Eine echte Harmonisierung erfordert tiefere Einblicke in die nationalen Berechnungsmethoden und eine stärkere Standardisierung, um Finanzfragmentierung zu vermeiden.