Open Finance: Internationale Erfahrungen zeigen Wirkung auf Wettbewerb, Innovation und Inklusion
Open Finance verändert das Finanzsystem durch die Freigabe kundenzentrierter Daten. Eine neue BIZ-Studie zeigt, wie dies Innovation, Wettbewerb und finanzielle Inklusion fördert.
Datenfreigabe als Motor für Innovation
Open Finance bezeichnet die Freigabe und Nutzung kundenzentrierter Daten durch Finanzinstitute an Drittanbieter, andere Finanzinstitutionen und Entwickler, um neue Anwendungen und Dienstleistungen zu schaffen.
Bis 2024 haben 95 Jurisdiktionen weltweit entsprechende Rahmenwerke eingeführt, mit dem Ziel, Wettbewerb, Innovation, Verbraucherschutz und finanzielle Inklusion zu fördern.
Frühe internationale Erfahrungen, die in der BIZ-Studie gesammelt wurden, zeigen positive Effekte: Open Finance erleichtert den Markteintritt neuer Intermediäre wie Fintech-Firmen und Big Techs.
Zudem fördert es eine größere Kundenauswahl durch maßgeschneiderte Finanzprodukte und verbessert den Zugang zu Finanzdienstleistungen, insbesondere zu neuen Zahlungsmethoden und Krediten.
Die Studie unterstreicht, dass Open Finance Daten-Silos aufbricht und Informationsasymmetrien reduziert.
Vom Screen Scraping zur API-Standardisierung
Open Finance-Politiken entstanden als Reaktion auf Bedenken bezüglich Datenmonopolen und mangelndem Wettbewerb im Finanzsektor.
Große Finanzinstitute kontrollieren immense Datenmengen, was ihre Marktdominanz festigen kann.
Open Finance zielt darauf ab, diesen Kreislauf durch Datenportabilität und Interoperabilität zu durchbrechen, indem Verbraucher ihre Finanzdaten sicher mit Drittanbietern teilen können.
Ursprünglich gab es primitive Formen des Open Banking, wie 'Screen Scraping'.
Heute wird der Datenaustausch über standardisierte Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) abgewickelt, die eine sichere und nachvollziehbare Kommunikation gewährleisten.
Die Jurisdiktionen verfolgen dabei unterschiedliche regulatorische Ansätze, von streng vorgeschrieben bis marktbasiert.
Potenzial erkannt, Hürden bleiben
Die BIZ-Studie bestätigt das transformative Potenzial von Open Finance für den Finanzsektor.
Obwohl die positiven Effekte auf Wettbewerb und Inklusion klar belegt sind, bleiben Herausforderungen bei der Implementierung und der kausalen Wirkungsmessung bestehen.
Für Regulierer bedeutet dies, die Rahmenwerke kontinuierlich anzupassen und die Risiken datengetriebener Monopole im Auge zu behalten.