Kurzarbeit in Rezessionen: Vorteile erhöhen, Zugang straffen
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Kurzarbeit in Rezessionen: Vorteile erhöhen, Zugang straffen

Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Cleveland zeigt, dass Kurzarbeitsprogramme in Rezessionen optimalerweise höhere Leistungen bei gleichzeitig strengeren Zugangskriterien aufweisen sollten. Dies reduziert die fiskalischen Kosten im Vergleich zu reiner Arbeitslosenversicherung.

Kurzarbeit als fiskalischer Puffer

Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Cleveland schließt eine Lücke in der Literatur zur optimalen Gestaltung von Kurzarbeit (STW) und Arbeitslosenversicherung (UI).

Der Autor Gero Stiepelmann entwickelt ein Such- und Matching-Modell des Arbeitsmarktes mit risikofreudigen Arbeitnehmern und flexibler Arbeitszeit.

Die Analyse zeigt, dass das UI-System Einkommenssicherung bietet, während das STW-System die fiskalische Externalität von UI-induzierten Trennungen mindert.

Bemerkenswert ist, dass STW nur aufgrund des UI-Systems existiert.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass optimale STW-Leistungen in Rezessionen steigen müssen, während die Zugangskriterien im Gegensatz zur aktuellen Praxis verschärft werden sollten.

Ein UI-System mit optimalem STW ist fiskalisch kostengünstiger als ein UI-System allein.

Die STW-Politik muss dabei die Beschäftigungsstabilisierung gegen Verzerrungen bei den Arbeitszeiten abwägen.

Suchfriktionen sind entscheidend für die zyklische Anpassung der STW-Politik, da eine sinkende Job-Findungsrate die sozialen Kosten von Trennungen erhöht und somit den optimalen Umfang der STW-Leistungen steigert.

Das Zusammenspiel von Versicherung und Stabilisierung

Das UI-System adressiert die Unfähigkeit der Arbeitnehmer, sich gegen Einkommensverluste bei Arbeitsplatzverlust abzusichern.

Optimale UI-Leistungen müssen den klassischen Zielkonflikt zwischen Einkommenssicherung und Verzerrungen bei Stellenausschreibungen und Trennungen ausbalancieren.

STW hingegen reduziert effektiv ineffiziente Trennungen, indem es die Lohnkosten der Unternehmen in Abschwungphasen senkt.

Die optimalen STW-Leistungen sind darauf ausgelegt, die fiskalische Externalität des UI-Systems auszugleichen.

Dies folgt der Logik einer optimalen Entlassungssteuer, muss aber auch die eigenen verzerrenden Effekte der STW-Leistungen berücksichtigen.

Daher wird die Großzügigkeit der STW begrenzt, um Verzerrungen bei den Arbeitszeiten gering zu halten.

Die zweite Komponente ist die Zugangsbedingung, die als Screening-Mechanismus dient, um nur Unternehmen mit tatsächlichem Bedarf zu unterstützen.

Ein wichtiger Schritt zur Policy-Optimierung

Diese Studie liefert eine dringend benötigte theoretische Grundlage für die optimale Gestaltung von Kurzarbeit in Krisenzeiten.

Die Erkenntnis, dass höhere Leistungen mit strengeren Kriterien einhergehen sollten, stellt eine wichtige Abweichung von der gängigen Praxis dar.

Für politische Entscheidungsträger bietet dies konkrete Ansatzpunkte zur fiskalisch effizienteren Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Quelle: Optimal Short-Time Work Policy in Recessions

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