Per Jansson: Forward Guidance bleibt trotz Herausforderungen unverzichtbar
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Per Jansson: Forward Guidance bleibt trotz Herausforderungen unverzichtbar

Per Jansson, Vize-Gouverneur der Riksbank, plädiert für eine Fortsetzung der Forward Guidance durch Zentralbanken. Er betont die Notwendigkeit transparenter Kommunikation trotz vergangener Herausforderungen und erhöhter Unsicherheit.

Fehlprognosen und globale Schocks

Jansson identifiziert zwei Hauptgründe für die Zurückhaltung von Zentralbanken bei der Forward Guidance.

Erstens führten frühere Erfahrungen mit irreführenden Prognosen, insbesondere vor und während des Inflationsanstiegs 2021-2022, zu Skepsis.

Damals signalisierten Zentralbanken fälschlicherweise langanhaltend niedrige Zinsen.

Zweitens erhöhten globale Schocks wie die Pandemie, der Ukraine-Krieg, Unruhen im Nahen Osten und Handelszölle die Unsicherheit erheblich.

Jansson argumentiert jedoch, dass gerade in turbulenten Zeiten eine klare Kommunikation über die Einschätzungen und den geldpolitischen Pfad der Zentralbank unerlässlich ist, um Unsicherheit bei Haushalten und Unternehmen zu reduzieren.

Riksbank als Vorreiter der Transparenz

Die Riksbank gehört zu den wenigen Zentralbanken, die seit 2007 eigene Leitzinsprognosen veröffentlichen.

Jansson erklärt, dass dies die interne Analysearbeit und die Qualität der geldpolitischen Diskussionen verbessert hat.

Die Transparenz über die eigene geldpolitische Reaktionsfunktion hilft, die Kohärenz der Gesamtprognose zu zeigen und die Legitimität sowie Rechenschaftspflicht der Zentralbank zu stärken.

Andere Zentralbanken wie Norges Bank und die Reserve Bank of New Zealand verfolgen ähnliche Ansätze, während die Federal Reserve ihre „Dot Plots“ nutzt.

Prognosen sind keine Versprechen

Zentralbanken scheuen oft Leitzinsprognosen, da diese als feste Versprechen missverstanden werden oder Ungenauigkeit das Vertrauen untergraben könnte.

Jansson entkräftet dies: Prognosen müssen flexibel sein, da sich die Wirtschaft ständig ändert.

Die Anpassung der Politik ist ein Zeichen von Ernsthaftigkeit, nicht von Inkompetenz; ungenaue Zinsprognosen sind "eher ein Merkmal als ein Fehler".