Kažimír: Slowakeis Transformation – Lehren für Geldpolitik
Peter Kažimír, Gouverneur der Nationalbank der Slowakei, teilt die Lehren aus der wirtschaftlichen Transformation seines Landes. Er betonte die Bedeutung von Stabilität und Integration für die Geldpolitik.
Von Planwirtschaft zur Eurozone
Die Slowakei durchlief in den letzten drei Jahrzehnten eine tiefgreifende wirtschaftliche Transformation.
Von einer Planwirtschaft in den frühen 1990er Jahren, geprägt von hoher Inflation und fragilen Staatsfinanzen, entwickelte sich das Land zu einer stabilen Marktwirtschaft.
Eine entscheidende Lehre war, dass makroökonomische Stabilität die Grundlage für nachhaltiges Wachstum bildet.
Durch Offenheit und Glaubwürdigkeit zog die Slowakei ausländische Direktinvestitionen an und wurde zu einem globalen Automobilzentrum.
Die Nationalbank der Slowakei passte ihr Mandat kontinuierlich an, um neue Risiken zu adressieren und die Finanzstabilität zu sichern.
Die frühzeitige Sanierung des Bankensektors war dabei unerlässlich.
Der Beitritt zur Eurozone im Jahr 2009 war eine strategische Entscheidung, die zwar die unabhängige Geldpolitik aufgab, aber eine globale Währung, niedrigere Risikoprämien und langfristige Stabilität brachte.
Dieser Weg erforderte disziplinierte Inflationskontrolle und fiskalische Verantwortung.
Die 'letzte Meile' der Inflation
Das globale Umfeld verändert sich rasant, was führende Zentralbanker als zunehmend eingeschränkt beschreiben.
Die plötzliche Rückkehr der Inflation unterstrich die Bedeutung der Glaubwürdigkeit.
In der Slowakei erreichte die Teuerung durch Energieschocks über 15 Prozent, was eine straffere Geldpolitik unumgänglich machte.
Die Endphase der Inflationsbekämpfung birgt Risiken: zu frühes Lockern könnte die Inflation zurückbringen, zu spätes die Wirtschaft schädigen.
Eine weitere Herausforderung ist die Unsicherheit über den 'neutralen' Zinssatz, da alte Wirtschaftsmodelle nicht mehr ausreichen.
Eine datenabhängige Politik ist daher unerlässlich.
Lieferkettenschocks und Fragmentierung führen zudem zu einer 'neuen Normalität' mit potenziell volatilerer Inflation.
Keine Abkürzungen zum Wohlstand
Kažimír betont die Notwendigkeit makroprudenzieller Instrumente und einer verantwortungsvollen Fiskalpolitik, da die Geldpolitik nicht alle Probleme lösen kann.
Klare Kommunikation ist dabei entscheidend, um öffentliche Erwartungen zu verankern und Vertrauen in die Währung zu schaffen.
Die slowakische Erfahrung beweist: Nur konsistente und glaubwürdige Politik führt langfristig zu Wohlstand, Abkürzungen gibt es nicht.