Jefferson warnt vor Inflationsrisiken und Energieeffekten im Ausblick
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Jefferson warnt vor Inflationsrisiken und Energieeffekten im Ausblick

Philip N. Jefferson, Vizevorsitzender der Federal Reserve, präsentierte seinen Wirtschaftsausblick und die Implikationen hoher Energiepreise für die Geldpolitik. Er sieht anhaltendes Wachstum, aber auch Inflationsrisiken und eine Stagnation der Teuerung.

Wachstum trotz Inflationsstau

Die US-Wirtschaft setzt ihr Wachstum fort, getragen von robusten Konsumenten und gesunden Unternehmensinvestitionen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) expandierte 2025 um rund 2 Prozent.

Der Arbeitsmarkt ist weitgehend im Gleichgewicht, die Arbeitslosenquote lag im Vormonat bei stabilen 4,4 Prozent.

Das Jobwachstum hat sich jedoch auf durchschnittlich 6.000 neue Stellen im Februar verlangsamt.

Die Inflation verharrt über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve: Der PCE-Preisindex stieg in den zwölf Monaten bis Februar um geschätzte 2,8 Prozent, die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) um 3,0 Prozent.

Jefferson betonte, dass die Fortschritte bei der Disinflation im vergangenen Jahr ins Stocken geraten sind, hauptsächlich aufgrund von Zöllen und gestiegenen Energiepreisen.

Die Unsicherheit über die Zollpolitik und der jüngste Anstieg der Energiepreise erschweren kurzfristig das Bild für das duale Mandat der Fed.

Geldpolitik im Spannungsfeld der Risiken

Die aktuelle geldpolitische Haltung der Federal Reserve ist laut Jefferson gut positioniert, um auf die Spannungen zwischen Arbeitsmarktrisiken und Inflationsrisiken zu reagieren.

Die Federal Open Market Committee (FOMC) hatte den Zielbereich für die Federal Funds Rate in der Vorwoche unverändert gelassen, nachdem sie diesen in den letzten anderthalb Jahren um 175 Basispunkte gesenkt hatte.

Diese Anpassungen brachten den Leitzins in einen neutralen Bereich, der den Arbeitsmarkt stützen und die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel ermöglichen soll.

Die Auswirkungen erhöhter Energiepreise hängen stark von ihrer Dauer ab.

Die USA sind heute ein Nettoexporteur von Energie, und Texas ist der größte Produzent von Rohöl und Erdgas, was die regionalen Auswirkungen von Energiepreisschocks abfedern könnte, aber auch dort sind Haushalte und Unternehmen betroffen.

Balanceakt im Inflations-Spannungsfeld

Jeffersons Rede offenbart den schwierigen Balanceakt der Fed zwischen Arbeitsmarkt und Preisstabilität.

Die Stagnation der Kerninflation und die anhaltenden Energiepreise sind besorgniserregend, während die Arbeitsmarktrisiken wachsen.

Die Fed bleibt datenabhängig, doch der Spielraum für schnelle Korrekturen scheint begrenzt.

Quelle: Philip N Jefferson: Economic outlook and energy effects

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