Jefferson sieht Wirtschaft optimistisch, Fed-Politik flexibel
Der stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve, Philip N. Jefferson, äußert sich optimistisch zum Wirtschaftsausblick 2026. Er sieht einen sich stabilisierenden Arbeitsmarkt und eine Rückkehr der Inflation zum Zielwert, während die Fed ihre Geldpolitik flexibel anpasst.
Stabiler Arbeitsmarkt, Inflation auf Zielkurs
Jefferson startet mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick ins Jahr 2026. Die Bedingungen am Arbeitsmarkt stabilisieren sich, und die Wirtschaft ist gut positioniert, um weiter zu wachsen, während die Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel zurückkehrt.
Im dritten Quartal 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) annualisiert um 4,3 Prozent, getragen von starkem Konsum und Nettoexporten.
Der Arbeitsmarkt zeigte eine moderate Jobzunahme von etwa 50.000 Stellen pro Monat im November und Dezember 2025. Die Arbeitslosenquote lag Ende 2025 bei 4,4 Prozent, leicht höher als im Vorjahr.
Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) verharrte im Dezember bei 2,6 Prozent, die Gesamtinflation bei 2,7 Prozent – beides über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed.
Jefferson erwartet jedoch, dass die Inflation ihren Weg zum Ziel fortsetzen wird, da die Effekte von Zöllen nicht nachhaltig sein dürften.
Anpassungen der Geldpolitik und Bilanzmanagement
Angesichts gestiegener Abwärtsrisiken für die Beschäftigung unterstützte Jefferson die Entscheidungen des Federal Open Market Committee (FOMC) im vergangenen Jahr, den Leitzins zu senken.
Seit Mitte 2024 hat das FOMC den Leitzins um 1,75 Prozentpunkte reduziert, was ihn in einen neutralen Bereich gebracht hat.
Die Fed ist nun gut positioniert, um weitere Anpassungen des Leitzinses datenabhängig vorzunehmen.
Im Bereich der geldpolitischen Umsetzung schloss das FOMC im Dezember 2025 den Bilanzabbau ab, der Mitte 2022 begonnen hatte und das Wertpapierportfolio um 2,2 Billionen US-Dollar reduzierte.
Gleichzeitig initiierte die Fed im Dezember 2025 Reservemanagementkäufe, um ein ausreichendes Niveau an Bankreserven aufrechtzuerhalten und die effektive Zinssteuerung zu gewährleisten.
Diese Käufe sind klar von Quantitative Easing (QE) abzugrenzen, da sie nicht der wirtschaftlichen Stimulierung dienen.
Ein Balanceakt der Fed
Jeffersons Rede ist ein sorgfältiger Balanceakt zwischen Optimismus und der Notwendigkeit anhaltender Wachsamkeit.
Die Betonung der Datenabhängigkeit und der Unterscheidung zwischen Reservemanagement und QE ist entscheidend für die Marktkommunikation.
Dies signalisiert, dass die Fed zwar Vertrauen in die Wirtschaft hat, aber bereit ist, flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren.
Für Marktteilnehmer bedeutet dies eine Fortsetzung der 'Wait-and-See'-Haltung, mit einem klaren Fokus auf die kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten.