Jefferson: US-Wirtschaft wächst, Inflation bleibt hoch
Philip N. Jefferson, Vizevorsitzender des Federal Reserve Systems, sieht die US-Wirtschaft weiter wachsen, getragen von Konsum und Investitionen. Der Arbeitsmarkt sei im Gleichgewicht, doch die Inflation verharre über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed.
Wachstum trotz Inflationsdruck
Die US-Wirtschaft wächst weiterhin im Rahmen ihres Potenzials, mit einem BIP-Wachstum von rund 2 Prozent im letzten Jahr.
Für das laufende Jahr erwartet Jefferson eine ähnliche oder leicht höhere Rate, angetrieben durch Investitionen in Hochtechnologie, insbesondere im Bereich künstlicher Intelligenz.
Auch die hohe Rate an Neugründungen und Deregulierungsaktivitäten könnten das Wachstum stimulieren und die Produktivität steigern.
Gleichzeitig bleibt die Inflation eine Herausforderung: Der PCE-Preisindex stieg in den zwölf Monaten bis Februar um geschätzte 2,8 Prozent, die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) um 3,0 Prozent.
Fortschritte bei der Senkung der Kerninflation blieben im letzten Jahr aus, was hauptsächlich auf Zölle und steigende Energiepreise zurückzuführen ist.
Jefferson ist entschlossen, die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel zurückzuführen.
Arbeitsmarkt stabilisiert sich
Nach einer Phase der Abkühlung im Jahr 2025, in der die Arbeitslosenquote von 4,0 auf 4,5 Prozent stieg, zeigt der Arbeitsmarkt Anzeichen einer Stabilisierung.
Im März sank die Arbeitslosenquote leicht auf 4,3 Prozent.
Die Schaffung von 178.000 neuen Arbeitsplätzen im März und ein durchschnittliches Wachstum von 70.000 Jobs pro Monat im ersten Quartal deuten auf eine Verlangsamung hin, die jedoch im Einklang mit dem verlangsamten Arbeitskräftezuwachs stehen könnte.
Jefferson beschreibt den aktuellen Arbeitsmarkt als einen Zustand von „wenig Neueinstellungen, wenig Entlassungen“, da Unternehmen eher zögern, neue Mitarbeiter einzustellen, als bestehende zu entlassen.
Die Zahl der offenen Stellen im Verhältnis zur Arbeitslosigkeit scheint sich zu stabilisieren, was auf ein potenzielles Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage hindeutet.
Geduld ist die oberste Pflicht
Die aktuelle Geldpolitik der Fed ist gut positioniert, um auf verschiedene Szenarien zu reagieren.
Jefferson betonte, dass die Entscheidung, den Leitzins stabil zu halten, die notwendige Flexibilität für zukünftige Anpassungen bietet.
Angesichts der Risiken für den Arbeitsmarkt und der anhaltenden Inflationsbedenken ist ein datenabhängiger Ansatz unerlässlich.
Die Fed muss die Balance zwischen maximaler Beschäftigung und Preisstabilität sorgfältig wahren.