Jefferson: Globale Risiken und US-Geldpolitik
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Jefferson: Globale Risiken und US-Geldpolitik

Philip N. Jefferson, Vize-Vorsitzender der US-Notenbank, erörterte globale Wirtschaftsrisiken und den Ausblick für die US-Wirtschaft. Er sprach am 27. Mai 2026 auf einer Konferenz der Bank of Japan.

Energie, KI, Handel: Globale Risiken

Philip N. Jefferson, Vize-Vorsitzender des Federal Reserve Board, beleuchtete drei globale Entwicklungen, die er genau beobachtet.

Erstens, der signifikante Anstieg der Energiepreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten.

Dieser birgt Abwärtsrisiken für das Wachstum und Aufwärtsrisiken für die Inflation weltweit.

Besonders betroffen sind Nettoenergieimporteure wie Japan.

Obwohl die USA als Nettoenergieexporteur teilweise gepuffert sind, sind sie nicht immun; die Benzinpreise stiegen erheblich.

Zweitens, der rasche Fortschritt der Künstlichen Intelligenz (KI).

Jefferson ist optimistisch hinsichtlich des Potenzials von KI für Produktivität und Wachstum, überwacht aber auch deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation.

Drittens, die Effekte gestörter Handelsströme auf die Weltwirtschaft, die seit der Pandemie sowohl das Angebot als auch das Preisniveau beeinflusst haben.

US-Wirtschaft: Solide, aber mit Risiken

Vor diesem globalen Hintergrund konzentriert sich Jefferson auf die US-Wirtschaft.

Das jüngste Wirtschaftswachstum war solide, er erwartet jedoch ein moderateres Tempo aufgrund hoher Energiekosten für Haushalte.

Der US-Arbeitsmarkt ist weitgehend stabil, mit geringen Einstellungs- und Entlassungsraten, wobei die Risiken leicht abwärts gerichtet sind.

Die Disinflation in den USA stagnierte im Vorjahr, hauptsächlich wegen erhöhter Zölle.

In den letzten Monaten stieg die Inflation aufgrund höherer Energiekosten wieder an.

Jefferson erwartet einen Rückgang der Inflation im späteren Jahresverlauf, sobald die Effekte von Zöllen und Energieschock nachlassen, sieht die Inflationsrisiken jedoch als aufwärts gerichtet an.

Warten auf die Daten

Jeffersons Ausführungen bestätigen die vorsichtige Haltung der Fed angesichts globaler Unsicherheiten und hartnäckiger Inflation.

Die Betonung der Datenabhängigkeit signalisiert, dass die Notenbank keine voreiligen Schritte unternehmen wird, auch wenn die Märkte auf Klarheit hoffen.

Dies festigt die Erwartung, dass die Fed ihre Optionen offenhalten wird, bis ein klareres Bild der wirtschaftlichen Entwicklung vorliegt.