Euro-Währungsunion stärkt Widerstandsfähigkeit in globalem Wandel
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Euro-Währungsunion stärkt Widerstandsfähigkeit in globalem Wandel

EZB-Direktor Philip R. Lane betonte auf einer Konferenz der Dänischen Ökonomischen Gesellschaft in Kolding die Vorteile der Euro-Währungsunion angesichts globaler struktureller Veränderungen. Die gemeinsame Währung biete Schutz vor externen Schocks und ermögliche Effizienzgewinne in einem sich wandelnden internationalen Finanzsystem.

Gemeinsame Schocks, gemeinsame Stärke

Philip R. Lane, Mitglied des Direktoriums der EZB, hob hervor, dass strukturelle Veränderungen wie Geopolitik, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Demografie, Klimawandel und Verschiebungen im internationalen Finanzsystem als gemeinsame Schocks für Europa interpretiert werden können.

Der EZB-Rat hatte in seiner Strategieüberprüfung 2025 festgestellt, dass diese Verschiebungen das Inflationsumfeld unsicherer und volatiler machen.

Eine Währungsunion fungiere als eingebetteter Koordinationsmechanismus, der eine gemeinsame Geldpolitik zur effektiven Reaktion auf gemeinsame Trends und Schocks befähige.

Ein größerer Währungsraum biete zudem eine erhebliche Absicherung gegen Wechselkursschwankungen und Veränderungen in ausländischen Währungssystemen, da ein größerer Anteil des Handels und der Finanztransaktionen in der heimischen Währung denominiert sei.

Dies zeige sich in einem hohen Euro-Rechnungsanteil im Handel der Eurozone.

Effizienz durch Größe und Innovation

Die identifizierten strukturellen Veränderungen lassen sich in einem größeren Währungssystem leichter bewältigen.

Die Fixkosten für den Betrieb der Marktinfrastruktur und der Zahlungssysteme bedeuten, dass größere Systeme effizienter sind und Abhängigkeiten von externen Anbietern reduzieren.

Infrastrukturelle Innovationen wie das digitale Euro-Projekt, das digitales Zentralbankgeld für den Einzelhandel bereitstellen wird, sind in größeren Systemen eher realisierbar.

Auch die Projekte Pontes/Appia, die die Abwicklung in Zentralbankgeld in zukünftigen Finanzökosystemen sichern sollen, profitieren von der Größe.

Ein größerer Markt ist zudem attraktiver für ausländische Investoren und Emittenten, was die Finanzierung supranationaler Initiativen wie Next Generation EU (NGEU) erleichtert.

Euro als Stabilitätsanker

Lanes Analyse unterstreicht die strategische Bedeutung der Währungsunion als Schutzschild gegen globale Unsicherheiten und als Katalysator für finanzielle Integration.

Die detaillierte Aufzählung der Reformen seit 2008-2013 belegt die gestärkte Resilienz der Eurozone, die für die zukünftige Stabilität entscheidend ist.

Trotz der Dominanz des US-Dollars positioniert sich der Euro als zunehmend attraktive Alternative für globale Investoren.

Quelle: Philip R Lane: The euro in a changing world

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