Cipollone: Digitaler Euro für robuste und innovative Zahlungen
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Cipollone: Digitaler Euro für robuste und innovative Zahlungen

Piero Cipollone von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) skizziert die Rolle des digitalen Euro. Er betonte am 3. März 2026, wie dieser den Zahlungsverkehr im Euroraum robuster und innovativer gestalten kann.

Mehr als nur Bargeld in digitaler Form

Piero Cipollone, Leiter des Innovations-Hubs der BIZ, betonte in seiner Rede die Notwendigkeit eines digitalen Euro als öffentliches Gut.

Dieser solle den Zahlungsverkehr im Euroraum widerstandsfähiger und innovativer machen.

Er sei keine bloße digitale Kopie von Bargeld, sondern eine neue Form von Zentralbankgeld, die Vertrauen und Stabilität in einer zunehmend digitalen Wirtschaft sichere.

Cipollone hob hervor, dass der digitale Euro die Souveränität Europas im Zahlungsverkehr stärken und gleichzeitig Raum für private Innovationen lassen werde.

Er werde die Privatsphäre der Nutzer schützen und eine breite Zugänglichkeit gewährleisten, auch für Menschen ohne Bankkonto.

Die BIZ sieht den digitalen Euro als entscheidenden Baustein für die Zukunft des europäischen Finanzsystems, der die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz von Zahlungen signifikant verbessern kann.

Die Initiative zielt darauf ab, ein sicheres und effizientes Zahlungsmittel bereitzustellen, das den Anforderungen einer modernen Gesellschaft gerecht wird und gleichzeitig die finanzielle Inklusion fördert.

Privatsphäre, Resilienz und Innovation

Cipollone erläuterte die Kernprinzipien des digitalen Euro-Designs.

Dazu gehören ein hohes Maß an Privatsphäre, die Fähigkeit zur Offline-Nutzung und eine robuste technische Infrastruktur, die auch bei Cyberangriffen oder Naturkatastrophen funktioniert.

Der digitale Euro soll nicht mit privaten Zahlungslösungen konkurrieren, sondern diese ergänzen und als sichere Basis dienen.

Er werde die Interoperabilität fördern und Innovationen im privaten Sektor anstoßen, indem er eine vertrauenswürdige und standardisierte Plattform bietet.

Die BIZ sieht hierin eine Chance, den europäischen Zahlungsverkehr widerstandsfähiger gegen externe Schocks zu machen und gleichzeitig die digitale Transformation voranzutreiben.

Wichtiger Schritt, aber Hürden bleiben

Cipollones Ausführungen unterstreichen die strategische Bedeutung des digitalen Euro für die europäische Finanzarchitektur.

Die Betonung von Privatsphäre und Resilienz ist entscheidend für die Akzeptanz, doch die praktische Umsetzung und die Überwindung politischer Widerstände bleiben eine große Herausforderung.

Für die BIZ ist dies ein klares Bekenntnis zur Innovation, das jedoch noch viele offene Fragen bezüglich der Marktintegration und der Auswirkungen auf Geschäftsbanken birgt.