Norges Bank verteidigt Geldpolitik und kündigt mehr Transparenz an
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Norges Bank verteidigt Geldpolitik und kündigt mehr Transparenz an

Pål Longva, stellvertretender Gouverneur der Norges Bank, kommentiert den Norges Bank Watch Report 2026. Er verteidigt die Zinspolitik von 2025 und kündigt mehr Transparenz bei geldpolitischen Entscheidungen an.

Zwei Zinssenkungen und ein Überraschungseffekt

Die Norges Bank senkte den Leitzins 2025 zweimal: im Juni auf 4,25 Prozent und im September auf 4 Prozent.

Die Juni-Senkung überraschte viele Beobachter, was auch der Norges Bank Watch Report hervorhebt.

Stellvertretender Gouverneur Pål Longva betonte, die Norges Bank strebe keine Überraschungen an, ganz im Gegenteil.

Man sei bestrebt, klar zu kommunizieren, doch sei dies im Frühjahr 2025 nicht vollständig gelungen.

Die zugrunde liegende Inflation sank damals stärker als erwartet, was die Norges Bank in ihrer Annahme bestärkte, dass ein früherer Inflationsanstieg nur vorübergehend war.

Dies führte zur Entscheidung, den Leitzins im Juni zu senken.

Vor der September-Sitzung gab es unterschiedliche Meinungen am Markt.

Die Norges Bank erwog, den Satz unverändert zu lassen, entschied sich aber für eine Senkung, signalisierte jedoch gleichzeitig, dass künftig ein etwas höherer Leitzins erforderlich sein könnte.

Einblicke in den geldpolitischen Ausschuss

Der Norges Bank Watch Report thematisiert die Zusammensetzung des Ausschusses für Geldpolitik und Finanzstabilität und weist auf das Risiko interner Dominanz hin.

Longva erläuterte, dass die Norges Bank dieses Risiko durch eine strukturierte Arbeitsweise mindert.

Alle Mitglieder erhalten gleichzeitig identische Informationen.

Der Entscheidungsprozess umfasst mehrere Seminare und Diskussionen über Analysen und Projektionen.

Der Exekutivdirektor für Geldpolitik gibt seine Empfehlung direkt im Meeting ab, gefolgt von den vorläufigen Einschätzungen der Mitglieder.

Meinungsverschiedenheiten sind dabei üblich.

Nach weiteren Diskussionen präsentiert der Gouverneur seine Empfehlung.

Um die Transparenz zu erhöhen, plant die Norges Bank, künftig Zusammenfassungen dieser Diskussionen zu veröffentlichen.

Fiskalpolitik als Leader, Krone im Fokus

Die Modellierung der Zentralbank als 'Leader' in der Fiskalpolitik-Interaktion ist eine klare Fehlinterpretation der Realität.

Longva betont, dass die Norges Bank die Fiskalpolitik als gegeben hinnimmt und auf deren Auswirkungen reagiert, statt sie zu steuern.

Die Debatte um die Kronen-Volatilität zeigt zudem, wie dringend bessere Daten für eine fundierte Marktanalyse benötigt werden.

Quelle: Pål Longva: Report from Norges Bank Watch

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