Globale Finanzströme nach der GFC: Shin beleuchtet neue Risiken
Hyun Song Shin von der BIZ analysiert die Neuausrichtung des globalen Finanzsystems nach der Finanzkrise. Er beleuchtet die Verschiebung von privaten zu staatlichen Krediten und die wachsende Bedeutung von FX-Swaps und Nichtbanken.
Regierungen dominieren Kreditmärkte, FX-Swaps boomen
Nach der globalen Finanzkrise (GFC) hat sich die Dynamik der Kreditmärkte grundlegend verschoben: Das Kreditwachstum für Regierungen übertraf jenes für den Privatsektor, ein Trend, der durch die Covid-19-Politik noch verstärkt wurde.
Portfolioflüsse, insbesondere durch private Akteure, sind nun zentrale Treiber der Finanzkonditionen.
Parallel dazu erlebte der FX-Swap-Markt ein rasantes Wachstum und erreichte Mitte 2025 ein Volumen von 130 Billionen US-Dollar.
Diese Swaps ermöglichen die fungible Nutzung von Geld über Währungen hinweg und dienen der Besicherung von Anleiheinvestitionen sowie der Absicherung von Währungsrisiken und sind hauptsächlich kurzfristiger Natur.
Das Paradox der globalen Dollar-Einlagen
Die Expansion der Fed-Bilanz führte zu einem Anstieg der globalen Dollar-Einlagen, die jedoch auch nach einer Bilanzschrumpfung nicht im gleichen Maße zurückgingen – ein sogenannter 'Ratchet-Effekt'.
Fast 30 Prozent dieser Dollar-Einlagen befinden sich bei Banken außerhalb der USA und sind weltweit verteilt.
Gleichzeitig gewinnen Nichtbanken, insbesondere Hedgefonds, zunehmend an Gewicht als Investoren in Staatsanleihen.
Ihr Wachstum wird maßgeblich durch Repo-Kredite ermöglicht, wobei niedrige Haircuts eine hohe Hebelwirkung zulassen.
Versteckte Risiken im neuen System
Die Neuausrichtung des Finanzsystems birgt erhebliche Stabilitätsrisiken, da die massive Nutzung von FX-Swaps und die Hebelwirkung von Nichtbanken neue Schwachstellen schaffen.
Die zunehmende Interkonnektivität und die oft undurchsichtigen Praktiken, insbesondere bei Hedgefonds, könnten Schocks verstärken.
Aufsichtsbehörden müssen diese komplexen und sich schnell entwickelnden Dynamiken genau überwachen, um zukünftige Krisen zu verhindern.
Quelle: Post-GFC rewiring of the global financial system
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