Bank of Mauritius erhöht Leitzins um 25 Basispunkte
Der geldpolitische Ausschuss der Bank of Mauritius hat den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte erhöht. Grund sind steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen, die die Inflation antreiben und das Wachstum bremsen.
Mauritius reagiert auf externe Schocks
Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Bank of Mauritius hat den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte erhöht.
Die Entscheidung erfolgte angesichts der makroökonomischen Auswirkungen der jüngsten Eskalation geopolitischer Spannungen und des US-Iran-Konflikts.
Steigende internationale Treibstoffpreise, höhere Frachtkosten und Wechselkursdruck können die heimischen Preise über importierte Inflationskanäle schnell beeinflussen.
Die jährliche Inflation stieg im April 2026 auf 3,6 Prozent, von 2,7 Prozent im März, primär getrieben durch Energiepreise und Zweitrundeneffekte.
Die Prognose für die Headline-Inflation 2026 liegt nun bei 5,5 Prozent (zuvor 3,6 Prozent), deutlich über dem Zielbereich von 2-5 Prozent.
Das reale BIP-Wachstum für 2026 wird auf 2,8 Prozent (zuvor 3,3-3,5 Prozent) revidiert.
Der MPC betont die Notwendigkeit, rechtzeitig und besonnen zu handeln, um Preisstabilität zu wahren und Zweitrundeneffekte zu mildern.
Globale Turbulenzen und lokale Bremsspuren
Weltweit haben gestiegene Energiepreise die Inflation angeheizt.
In den USA stieg die Verbraucherpreisinflation im April 2026 auf 3,8 Prozent, im Euroraum auf 3,0 Prozent.
Die globalen Wachstumsaussichten haben sich eingetrübt; der IWF prognostiziert für 2026 ein globales Wachstum von 3,1 Prozent, eine Abwärtskorrektur um 0,2 Prozentpunkte.
Die meisten großen Zentralbanken, darunter die US-Notenbank, die EZB und die Bank of England, hielten ihre Leitzinsen unverändert.
Innerhalb von Mauritius wird die Wirtschaftstätigkeit durch wichtige Sektoren gestützt, doch die externen Unsicherheiten führen zu einer erwarteten Moderation des Wachstums.
Die Ankünfte von Touristen per Flugzeug gingen im April um 8 Prozent zurück.
Die Arbeitslosenquote sank im vierten Quartal 2025 auf ein Rekordtief von 5,4 Prozent.
Kleinstaat im Inflationsstrudel
Die Zinserhöhung unterstreicht die Anfälligkeit kleiner, offener Volkswirtschaften für globale Schocks.
Obwohl ein notwendiger Schritt zur Verankerung der Inflationserwartungen, verdeutlicht sie die schwierigen Abwägungen, denen sich Zentralbanken zwischen Preisstabilität und Wachstum gegenübersehen.
Der langfristige Erfolg hängt von der Beilegung geopolitischer Konflikte und der Stabilität der globalen Energiemärkte ab.