Thakoor: Mauritius muss Klimarisiken managen und Finanzierung mobilisieren
Die Gouverneurin der Bank of Mauritius, Priscilla Muthoora Thakoor, fordert Banken auf, Klimarisiken aktiv zu managen und die Mobilisierung von Klimafinanzierung zu beschleunigen. Dies sei entscheidend für eine widerstandsfähige und kohlenstoffarme Wirtschaft.
Mauritius: Richtlinien und erste Erfolge beim Klimarisikomanagement
Die Bank of Mauritius hat im Januar 2024 ihre Richtlinie zum Management klimabezogener und umweltbezogener Finanzrisiken in Kraft gesetzt.
Diese fordert Finanzinstitute auf, Klimarisiken in ihre Operationen und internen Rahmenwerke zu integrieren und öffentlich darüber zu berichten.
Gouverneurin Priscilla Muthoora Thakoor betonte, dass die Integration von Klimarisiken in die Politikrahmen die Resilienz des Bankensektors und der Wirtschaft sichere.
Ein Bericht der Weltbank (CCDR) prognostiziert für Mauritius erhebliche Klimastörungen über die nächsten 25 Jahre, darunter extreme Temperaturen und verstärkte Zyklone.
Unter einem 'Compound Shocks Scenario' könnte der aggregierte BIP-Rückgang bis zu 10 Prozent in einem einzigen Jahr betragen.
Obwohl Banken Fortschritte bei der Integration von Klimarisiken in ihre Governance-Strukturen und Strategieplanung zeigen, bleiben Offenlegungen aufgrund persistenter Datenbeschränkungen weitgehend qualitativ.
Die Bank of Mauritius, die im Oktober 2021 ihr Climate Change Centre (CCC) einrichtete, führt aktuell eine Szenarioanalyse für den Bankensektor durch und wird Klimarisiken in den kommenden Monaten in ihre Vor-Ort-Prüfungen integrieren.
Banken als Motor für Klimafinanzierung
Die Klimakrise erfordert eine massive Mobilisierung von Klimafinanzierung, da öffentliche Mittel allein nicht ausreichen.
Gouverneurin Thakoor appellierte an die Banken, ihre entscheidende Rolle bei der Beschleunigung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu spielen.
Obwohl Umfragen ein Wachstum der grünen Engagements von Banken zeigen, ist ihr Anteil am gesamten Kreditportfolio noch sehr gering.
Der CCDR-Bericht schätzt, dass Banken über 70 Prozent der jährlichen Klimafinanzierungslücke von rund 213 Millionen US-Dollar pro Jahr in den nächsten fünf Jahren decken könnten.
Gezielte De-Risking-Mechanismen sowie politische Klarheit sind entscheidend, um privates Kapital für nationale Umweltziele zu erschließen.
Ein unterstützendes Finanzökosystem mit Klimafinanzierungs-Taxonomien und Offenlegungsstandards ist unerlässlich.
Die grüne Taxonomie wird finalisiert, und Mauritius arbeitet an einer Roadmap zur Einführung der ISSB-Standards (IFRS S1 und IFRS S2).
Anhaltende Klimadatenlücken behindern jedoch eine ordnungsgemäße Bewertung und Berichterstattung.
Mauritius auf dem richtigen Weg, aber mit Hürden
Die Rede von Gouverneurin Thakoor unterstreicht das ernsthafte Engagement der Bank of Mauritius im Kampf gegen den Klimawandel.
Obwohl die regulatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, bleiben die Datenlücken und die geringe Mobilisierung privaten Kapitals die größten Herausforderungen.
Der Erfolg hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die Banken ihre Geschäftsmodelle anpassen und die geforderten Investitionen tätigen.