Agorá-Projekt: Tokenisierte Zahlungen sicherer und schneller
Das Agorá-Projekt der BIZ und des IIF zeigt, wie Tokenisierung und Programmierbarkeit grenzüberschreitende Großbetragszahlungen sicherer, schneller und transparenter machen können. Eine einzigartige öffentlich-private Zusammenarbeit testete die Hypothese einer Multi-Währungs-Abwicklungsplattform.
Tokenisierung gegen Zahlungsengpässe
Der globale grenzüberschreitende Zahlungsverkehr leidet unter strukturellen Ineffizienzen, die ihn langsam, kostspielig und undurchsichtig machen.
Komplexe, sequentielle Prozesse und Netzwerke verzögern Transaktionen, erhöhen Kosten und erschweren das Liquiditätsmanagement.
Das Agorá-Projekt, eine öffentlich-private Zusammenarbeit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und des Institute of International Finance (IIF), untersuchte, wie Tokenisierung und Programmierbarkeit diese Engpässe mindern könnten.
Die zentrale Hypothese war, dass ein Multi-Währungs-Abwicklungsmechanismus auf Basis von Tokenisierung Großbetragszahlungen sicherer, schneller und transparenter gestalten kann.
Durch die Tokenisierung von Zentralbankreserven und Geschäftsbankeinlagen sollte ein sicherer, überprüfbarer grenzüberschreitender Zahlungsverkehr ermöglicht werden.
Die Zusammenarbeit umfasste sieben Zentralbanken und über 40 regulierte Finanzinstitute, um einen Prototyp zu entwickeln, der das Korrespondenzbankwesen durch neue Technologien verbessert.
Schlüsselfunktionen der Agorá-Plattform
Der Agorá-Prototyp basiert auf dem BIZ-Konzept eines 'Unified Ledger', das tokenisierte Zentralbankreserven und Geschäftsbankeinlagen auf einer gemeinsamen DLT-Plattform zusammenführt.
Er demonstriert die Machbarkeit einer sicheren Abwicklung in einer tokenisierten Umgebung und adressiert langjährige Herausforderungen im grenzüberschreitenden Großbetragszahlungsverkehr.
Zu den Schlüsselfunktionen gehören die atomare Abwicklung, die das Abwicklungsrisiko eliminiert, sowie eine Zwei-Schichten-Architektur.
Diese besteht aus einer vereinheitlichenden Schicht für tokenisierte Geschäftsbankeinlagen und unabhängigen Jurisdiktions-Ledgern für tokenisierte Zentralbankreserven, was die Autonomie der Jurisdiktionen wahrt.
Der Prototyp integriert zudem umfassende Datenschutz- und Finanzkriminalitätskontrollen, die sensible Daten schützen und die Einhaltung von AML/CFT-Vorschriften gewährleisten.
Die Interoperabilität ist von Design her gegeben.
Potenzial mit offenen Fragen
Der Prototyp des Agorá-Projekts demonstriert eindrucksvoll die technische Machbarkeit tokenisierter Großbetragszahlungen.
Obwohl er einen wichtigen Grundstein für zukünftige Lösungen legt, bleiben Herausforderungen bei der rechtlichen und regulatorischen Implementierung bestehen.
Die Skalierung und Akzeptanz in einem komplexen globalen Umfeld wird die entscheidende Hürde für eine breite Anwendung sein.