Projekt Aperta: Offene Finanzsysteme grenzüberschreitend vernetzen
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) präsentiert die Ergebnisse von Projekt Aperta. Die Initiative testet ein 'Netzwerk von Netzwerken' zur grenzüberschreitenden Interoperabilität offener Finanzsysteme und soll den Datenaustausch erleichtern.
Grenzenloser Finanzdatenaustausch
Trotz der Vorteile nationaler Open-Finance-Systeme bleibt der grenzüberschreitende Austausch von Finanzdaten und die Nutzung von APIs eine Herausforderung.
Unterschiedliche technische Standards, Infrastrukturen, Regulierungen und Governance-Modelle erschweren die Skalierung bilateraler Lösungen.
Dies führt zu manuellen Prüfungen, doppelten Dokumenteneinreichungen und langwierigen Onboarding-Prozessen, die den Zugang zu Auslandskonten, Krediten und Handelsfinanzierungen einschränken.
Projekt Aperta, eine Initiative des BIZ Innovation Hub Hongkong, erprobt daher ein neutrales, multilaterales Interoperabilitätssystem.
Dieses soll bestehende nationale Open-Finance-Netzwerke sicher verbinden und den grenzüberschreitenden Austausch von Finanzdaten sowie die Initiierung von Zahlungen ermöglichen, ohne dass einzelne Jurisdiktionen ihre Rahmenwerke neu gestalten müssen.
Das Projekt untersuchte, ob registrierte Teilnehmer über Grenzen hinweg entdeckt und vertraut werden können und ob Daten in Echtzeit zwischen verschiedenen nationalen Standards übersetzt werden können.
Das 'Netzwerk der Netzwerke' in Aktion
Der Aperta-Prototyp fungiert als sicherer, Echtzeit-Übersetzer und Verzeichnis für Finanzdaten und Anweisungen zwischen bestehenden nationalen Open-Finance-Netzwerken.
Nationale Regulierungsbehörden teilen Details ihrer registrierten Teilnehmer wie Banken und Drittanbieter (TPPs).
Dies ermöglicht es Teilnehmern, vertrauenswürdige Gegenparteien zu finden und Daten sicher auszutauschen.
Der Prototyp übersetzt und leitet Finanzinformationen und Zahlungsanweisungen in Echtzeit vom Quell- ins Zielformat.
Getestet wurde dies anhand von KMU-Bankgeschäften und Handelsfinanzierung, wobei der gesamte Transaktionslebenszyklus digital abgebildet wurde.
Endnutzer interagieren dabei nur mit ihren nationalen Netzwerken; Aperta arbeitet unsichtbar im Hintergrund.
Wichtiger Schritt zur globalen Finanzintegration
Projekt Aperta demonstriert überzeugend die Machbarkeit grenzüberschreitender Open-Finance-Interoperabilität.
Es zeigt auf, wie bestehende Infrastrukturen adaptiert werden können, statt auf kostspielige Neuentwicklungen zu setzen.
Für Zentralbanken und Regulierungsbehörden liefert die Studie wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Politikentscheidungen und ebnet den Weg für sicherere, effizientere und inklusivere grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen.