BIZ-Projekt FuSSE: Zahlungssysteme skalieren mit Microservices und Quantenresistenz
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BIZ-Projekt FuSSE: Zahlungssysteme skalieren mit Microservices und Quantenresistenz

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat ihr Projekt FuSSE vorgestellt. Es zeigt, wie modulare, auf Microservices basierende Architekturen Zahlungssysteme flexibel, skalierbar und sicher machen können und dabei 10.000 Transaktionen pro Sekunde erreichen.

10.000 Transaktionen: Das Rückgrat der Zukunft

Das BIZ-Projekt FuSSE untersucht, wie Abwicklungssysteme von Grund auf flexibel, skalierbar und sicher gestaltet werden können.

Es setzt auf eine modulare, Microservices-basierte Architektur, die hohe Transaktionsvolumen effizient verarbeitet.

Das Proof of Concept (PoC) erreichte 10.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS), ohne dass die Rechenleistung linear anstieg.

Diese Architektur ermöglicht auch kryptografische Agilität, um sich an neue Post-Quanten-Kryptografie (PQC)-Standards anzupassen.

FuSSE unterscheidet sich von DLT-basierten Ansätzen, indem es den Fokus auf Durchsatz und die unabhängige Skalierung sicherheitsintensiver Operationen legt.

Herausforderungen der neuen Architektur

Microservices-Architekturen bringen neue operative Komplexität mit sich, erfordern sorgfältige Orchestrierung und erweitern die potenzielle Angriffsfläche.

Auch Post-Quanten-Kryptografie-Algorithmen (PQC) erhöhen den Rechenaufwand, was sich über Dienstgrenzen hinweg multiplizieren kann.

Diese Auswirkungen lassen sich jedoch durch gezielte Skalierung und Lastmanagement mindern.

Das Projekt unterstreicht, dass operative Agilität – die Anpassung von Governance- und Incident-Response-Frameworks – ebenso wichtig ist wie kryptografische Agilität, um Vertrauen und Kontinuität zu gewährleisten.

Wichtiger Schritt, keine Patentlösung

Dieses Proof of Concept liefert entscheidende technische Einblicke in das Design moderner Abwicklungssysteme und zeigt das Potenzial von Microservices für zukünftige Zahlungsinfrastrukturen auf.

Es verdeutlicht jedoch auch, dass die Implementierung solcher Architekturen mit erhöhter operativer Komplexität und neuen Sicherheitsherausforderungen einhergeht, die sorgfältig gemanagt werden müssen.

Für Zentralbanken und FMI-Betreiber bietet FuSSE eine wertvolle Diskussionsgrundlage, ohne jedoch konkrete operative Modelle oder politische Entscheidungen vorzugeben.