Cassim: Geld in Bewegung – Zahlungen, digitale Assets
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Cassim: Geld in Bewegung – Zahlungen, digitale Assets

Rashad Cassim, stellvertretender Gouverneur der Südafrikanischen Zentralbank (SARB), beleuchtet die Zukunft des Geldes. Er diskutiert die Rolle von schnellen Zahlungen, digitalen Assets und CBDCs im Spannungsfeld von Innovation und Stabilität.

Das unsichtbare Fundament der Wirtschaft

Ein modernes, effizientes Finanzsystem ist für das Wachstum jeder Volkswirtschaft unerlässlich.

Doch das Fundament, die Finanzmarktinfrastrukturen (FMIs) wie Zahlungssysteme, werden oft übersehen.

Rashad Cassim betont ihre systemische Bedeutung und das Innovationspotenzial.

Für Zentralbanken sind Großbetragszahlungen eine Kernaufgabe.

Die SARB betreibt SAMOS, das South African Multiple Option Settlement System, das täglich durchschnittlich 584 Milliarden Rand verarbeitet, davon fast 90 Prozent in Echtzeit.

Südafrika war 1998 ein Pionier bei der Umstellung auf ein Real-Time Gross Settlement (RTGS)-System.

Dies reduzierte das Liquiditäts- und Abwicklungsrisiko erheblich, indem Zahlungen über 5 Millionen Rand einzeln und unwiderruflich durch Übertragung von Zentralbankreserven abgewickelt werden.

Diese Maßnahme stärkte die Sicherheit und Solidität des Zahlungssystems maßgeblich und schützte es vor Ansteckungsrisiken, die bei Nettoabwicklungen entstehen können, wenn ein Teilnehmer ausfällt.

Von PayShap zu Project Khokha

Südafrika hinkte bei schnellen Einzelhandelszahlungen hinterher, was die SARB mit der Initiative PayShap adressiert.

Dabei stellte sich die Frage nach der Rolle der Zentralbank und der Möglichkeit, durch dezentrale Technologien wie DLT einen Sprung nach vorne zu machen.

Die SARB führte Experimente wie Project Khokha (2018 und 2022) durch, das die Bewegung von tokenisiertem Zentralbankgeld und Wertpapieren in DLT-Netzwerken testete.

Diese Projekte zeigten Kompromisse zwischen Datenschutz und Effizienz auf und warfen wichtige Governance- und Rechtsfragen auf.

Obwohl eine Retail-CBDC technisch machbar wäre, sieht die SARB keine zwingende Notwendigkeit für eine sofortige Einführung.

Der Fokus liegt stattdessen auf der Modernisierung des bestehenden Zahlungssystems, um allen Südafrikanern schnelle, einfache und sichere digitale Zahlungen zu ermöglichen.

Stablecoins: Chance oder Umgehung?

Stablecoins stellen Zentralbanken vor eine besondere Herausforderung, da sie oft von privaten Akteuren ausgegeben werden und regulatorische Lücken aufweisen.

Die SARB prüft, ob bestehende Regulierungen ausreichen oder neue erforderlich sind, um die Integrität des Währungssystems zu schützen.

Die Kernfrage bleibt, ob Stablecoins wegen Ineffizienzen des Finanzsystems genutzt werden oder um rechtliche Kanäle zu umgehen – die Antwort darauf bestimmt die Dringlichkeit der regulatorischen Maßnahmen.