Roboter und IKT: Beschäftigungseffekte in der EU kontextabhängig
Eine neue BIZ-Studie zeigt, dass die Beschäftigungseffekte von Robotern und IKT-Investitionen in EU-Ländern stark vom Ausgangszustand abhängen. In Sektoren mit hoher Anfangsrobotisierung und IKT-Investitionen führt weitere Automatisierung zu Stellenabbau.
Kontextabhängige Effekte der Automatisierung
Die Studie der BIZ-Ökonomen Bosone, Gambacorta, Giudici, Kharroubi und Lewrick analysiert die Auswirkungen von Roboteradoption und IKT-Investitionen auf die sektorale Beschäftigung in 20 EU-Ländern von 1995 bis 2020.
Sie zeigt, dass erhöhte Roboteradoption in Sektoren, die 1995 ohne Roboter starteten oder wenig in IKT investierten, mit höherer Beschäftigung korreliert ist.
Umgekehrt führt Roboteradoption in Sektoren mit initialer Roboterpräsenz und hohen IKT-Investitionen zu geringerer Beschäftigung.
Ein Anstieg der Robotisierung um eine Standardabweichung ist in Sektoren ohne Roboter und hohen IKT-Investitionen mit einem Anstieg des jährlichen Beschäftigungswachstums um 0,4 Prozentpunkte verbunden.
In bereits robotisierten Sektoren mit hohen IKT-Investitionen führt dies hingegen zu einem Rückgang von 0,4 Prozentpunkten.
Der Kipppunkt der Technologie-Adoption
Die Autoren untersuchen, welche Faktoren den Übergang von positiven (Job-Schaffung) zu negativen (Job-Verdrängung) Beschäftigungseffekten der Technologie auslösen.
Sie nutzen dabei sektorale Variationen in den anfänglichen Technologieausstattungen über Länder-Sektor-Paare hinweg.
Die Analyse basiert auf Beschäftigungsdaten von Eurostat (NACE Rev. 2), Industrieroboterdaten der International Federation of Robotics (IFR) und IKT-Investitionsdaten von EU KLEMS.
Die Stichprobe umfasst 20 EU-Länder im Zeitraum 1995-2020.