Himino: Digitale Währungen fordern Geld-Einheitlichkeit
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Himino: Digitale Währungen fordern Geld-Einheitlichkeit

Ryozo Himino, stellvertretender Gouverneur der Bank of Japan, beleuchtet die Herausforderungen digitaler Währungen für die Einheitlichkeit des Geldes. Er vergleicht die Ansätze der USA und Europas und skizziert Japans Position.

USA setzen auf Stablecoins, Europa auf CBDC

Die USA haben 2025 mit dem GENIUS Act Stablecoins reguliert und deren Entwicklung gefördert, während ein Dekret die Ausgabe einer staatlichen CBDC untersagte.

Finanzminister Scott Bessent betonte, Stablecoins würden den Status des Dollars als globale Reservewährung stärken und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen ankurbeln.

Im Gegensatz dazu kündigte die EZB im Oktober 2025 die Einführung eines digitalen Euro für 2029 an, begleitet von legislativen Prozessen im Europäischen Parlament.

EZB-Direktor Philip Lane hob hervor, der digitale Euro biete eine einzigartige Chance, die Fragmentierung der europäischen Zahlungssysteme zu überwinden und die strategische Autonomie Europas zu stärken.

Japan, ein Pionier in der Stablecoin-Gesetzgebung, verfolgt beide Wege mit einem CBDC-Pilotprogramm, erkennt jedoch die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Designs für das zukünftige Geldsystem an, da die Ansätze der USA und Europas divergieren.

Herausforderungen für das Geldsystem der Zukunft

Die Gestaltung eines zukünftigen Geldsystems erfordert eine umfassende Prüfung vieler Perspektiven: von technischer Machbarkeit und Benutzerfreundlichkeit bis hin zu Finanzstabilität und Geldpolitik.

Himino betont, dass es Zielkonflikte geben kann, etwa zwischen Komfort in normalen Zeiten und der Resilienz in Krisen.

Die schwedische Riksbank empfahl 2026 der Öffentlichkeit, verschiedene Zahlungsmittel wie Bargeld, Karten und mobile Dienste bereitzuhalten, um Vulnerabilitäten im Zahlungssystem zu begegnen.

Mehrere Länder haben zudem das Recht auf Barzahlung oder die Bargeldversorgung durch die Zentralbank in ihren Verfassungen verankert.

Dies unterstreicht die anhaltende Relevanz physischen Geldes in einer zunehmend digitalen Welt.

Einheitlichkeit als Zentralbank-Mandat

Trotz der Vervielfältigung digitaler Zahlungsmethoden bleibt die Einheitlichkeit des Geldes eine Kernaufgabe der Zentralbanken.

Die drei Funktionen des Geldes – Recheneinheit, Wertaufbewahrungsmittel und Tauschmittel – müssen auch in neuen Systemen gewährleistet sein.

Letztlich basiert jede digitale Transaktion auf der finalen Abwicklung über Zentralbankreserven, was die fundamentale Rolle der Notenbanken für die Stabilität und das Vertrauen in das Geldsystem unterstreicht.