Mauderer: Zentralbanken stärken Afrikas Resilienz gegen Klimarisiken
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Mauderer: Zentralbanken stärken Afrikas Resilienz gegen Klimarisiken

Bundesbank-Vize Sabine Mauderer betonte auf einer NGFS-Konferenz in Pretoria die zentrale Rolle Afrikas bei der Bewältigung von Klimarisiken und der grünen Transformation. Sie hob das enorme Potenzial des Kontinents für erneuerbare Energien und kritische Rohstoffe hervor.

Afrikas Schlüsselrolle in der Klimatransformation

Bundesbank-Vize Sabine Mauderer sprach auf der SARB-NGFS-Forschungskonferenz in Pretoria über die Rolle der Zentralbanken bei der Bewältigung von Klimarisiken in Südafrika.

Sie betonte die wachsende Bedeutung Afrikas für globale Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Klimaschutz weltweit an politischer Priorität verloren hat.

Mauderer hob hervor, dass Afrika eine einzigartige Position einnimmt, um von der Energiewende zu profitieren.

Der Kontinent verfügt über ein enormes Potenzial an erneuerbaren Energien und bedeutende Reserven kritischer Mineralien, die für saubere Technologien unerlässlich sind.

Die NGFS-Vollversammlung fand erstmals in Afrika statt, was die zunehmende globale Bedeutung des Kontinents unterstreicht.

Mauderer, die das Netzwerk seit 2024 leitet, und Fundi Tshazibana von der SARB als Vize-Vorsitzende, begrüßten seit Oktober 2023 zwölf neue afrikanische Mitglieder.

Insgesamt zählt die NGFS fast 30 Mitglieder und Beobachter aus Afrika.

Die Zusammenarbeit sei entscheidend, denn "Resilienz wird durch Zusammenarbeit aufgebaut, nicht in Isolation".

NGFS: Drei Säulen für globale Klimaresilienz

Die NGFS-Vollversammlung in Pretoria, an der rund 180 Vertreter teilnahmen, bekräftigte das Engagement der Zentralbanken für Klimarisiken.

Für 2026 und 2027 wurden drei strategische Prioritäten festgelegt: die NGFS wird als technischer Inkubator für neue Themen wie Naturverlust dienen, den Kapazitätsaufbau in Schwellen- und Entwicklungsländern stärken und die Expertise in Klimaszenarioanalysen weiter ausbauen.

Letzteres umfasst kurzfristige Szenarien bis 2030, die den Klimawandel als unmittelbares Risiko hervorheben.

Ein solches Stressszenario prognostiziert für Afrika potenzielle BIP-Verluste von bis zu 12,5 Prozent unter dem Basisszenario über einen Fünfjahreszeitraum, was die Dringlichkeit des Handelns unterstreicht.

Chance statt nur Risiko

Mauderer verschiebt die Perspektive: Afrika ist nicht nur Leidtragender des Klimawandels, sondern ein entscheidender Akteur der grünen Transformation.

Die Betonung von Kapazitätsaufbau und kurzfristigen Szenarien durch die NGFS ist ein wichtiger Schritt, um abstrakte Risiken in konkrete Handlungsfelder zu übersetzen.

Dies erfordert jedoch gezielte Investitionen, um Afrikas enormes Potenzial für erneuerbare Energien und kritische Rohstoffe voll auszuschöpfen.