Malhotra: RBI sichert Indiens Wachstum in globalen Krisen
RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra betonte in Princeton die Rolle der indischen Zentralbank für Preis- und Finanzstabilität. Die RBI sichere Indiens Wachstum inmitten globaler Herausforderungen.
Preisstabilität als primäres Mandat
RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra hob die Preisstabilität als primäres Mandat der indischen Zentralbank hervor, das Wachstum im Blick behaltend.
Seit 2016 verfolgt Indien ein flexibles Inflationsziel (FIT) von 4 Prozent mit einer Bandbreite von +/- 2 Prozent, um Versorgungsengpässe abzufedern.
Malhotra betonte die Notwendigkeit robuster Politik, des Gradualismus (Brainard-Prinzip), der Verankerung von Inflationserwartungen, Transparenz und klarer Kommunikation in unsicheren Zeiten.
Die RBI agiere datenabhängig und flexibel, um auf globale Schocks wie die Krise in Westasien zu reagieren, die Indiens Ex- und Importe stark beeinflusst.
Das FIT-Framework hat sich bewährt: Die durchschnittliche Inflation sank von 7,4 Prozent (2012-2016) auf 4,7 Prozent (2016-2025), und die Volatilität reduzierte sich von 2,4 Prozent auf 1,7 Prozent.
Dies unterstreicht die Wirksamkeit des Ansatzes.
Die RBI befindet sich derzeit in einem 'Wait-and-Watch'-Modus, um auf die sich entwickelnde Inflation-Wachstums-Dynamik zu reagieren.
Fiskalische Disziplin stützt Geldpolitik
Indien verzeichnete im letzten Jahrzehnt ein durchschnittliches Wachstum von 6,1 Prozent pro Jahr, unterstützt durch die umfassende Rolle der RBI als 'Full-Service'-Zentralbank.
Malhotra betonte die komplementäre Rolle der Fiskalpolitik, die geldpolitische Maßnahmen durch angebotsseitige Schritte ergänzt, etwa den Aufbau von Resilienz in der Landwirtschaft und die Stärkung der Lieferketten.
Die fiskalische Konsolidierung zeigte sich in verbesserter Effizienz der Steuereinnahmen und Ausgabenqualität, belegt durch Direkte Leistungsübertragungen (DBT) mit 50 Milliarden US-Dollar Einsparungen.
Die Investitionsausgaben der Zentralregierung stiegen von 1,7 Prozent auf 3,1 Prozent des BIP.
Das Haushaltsdefizit sank von 9,2 Prozent auf 4,4 Prozent.
Indiens Staatsverschuldung von 81,1 Prozent des BIP (2024-25) ist im internationalen Vergleich moderat.
Prudenz als Stabilitätsanker
Die RBI setzt auf finanzielle Stabilität, die Malhotra als 'Prudenz' statt 'Konservatismus' bezeichnet.
Dies zeigte sich in der Asienkrise 1997-98 durch Kapitalverkehrskontrollen und die Begrenzung kurzfristiger Auslandsverschuldung.
Während der Subprime-Krise 2007-08 schützten Maßnahmen wie die Investment Fluctuation Reserve und erhöhte Risikogewichte für Gewerbeimmobilien die indischen Banken und führten zu stärkeren Bilanzen.