BoE-Direktorin Breeden skizziert Zukunft der britischen Retail-Zahlungen
Sarah Breeden von der Bank of England erläutert die Führungsposition der BoE bei der Gestaltung der nächsten Generation der britischen Retail-Zahlungsinfrastruktur. Ziel ist es, Wettbewerb zu fördern, neue digitale Geldformen zu ermöglichen und schnellere, günstigere sowie widerstandsfähigere Zahlungsmethoden zu schaffen.
Ein neues Modell für digitale Zahlungen
Die Bank of England (BoE) spielt eine zentrale Rolle bei der Erneuerung der britischen Retail-Zahlungsinfrastruktur.
Ein neues institutionelles Modell, das im Juli angekündigt wurde, sieht vor, dass die BoE die Strategie der britischen Behörden in ein konkretes Design für die neue Infrastruktur übersetzt.
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Industrie und einem breiten Spektrum von Stakeholdern im Zahlungsökosystem.
Victoria Cleland leitet den neuen Retail Payments Infrastructure Board (RPIB), der die Umsetzung dieses Designs durch eine neue, von der Industrie geführte Liefergesellschaft überwachen wird.
Diese Gesellschaft soll den Aufbau der Infrastruktur beschaffen und finanzieren.
Pay.UK behält derweil seine Rolle als Betreiber der bestehenden Systeme und arbeitet an kurzfristigen Verbesserungen.
Drei Säulen der Innovation
Die neue Infrastruktur soll drei wesentliche Verbesserungen für die Nutzererfahrung liefern.
Erstens: Eine Konto-zu-Konto-Zahlungsoption im Geschäft und online, die den Wettbewerb zu Kartensystemen erhöht und Kosten für Händler senkt.
Zweitens: Der nahtlose Austausch von traditionellem und tokenisiertem Geld, um ein 'Multi-Geld-Ökosystem' zu ermöglichen, in dem verschiedene Formen von Geld (traditionelle Bankeinlagen, tokenisierte Einlagen, systemische Stablecoins und potenziell eine digitale Zentralbankwährung) interoperabel sind.
Drittens: Verbesserte grenzüberschreitende Retail-Zahlungen durch die Implementierung internationaler Messaging-Standards (ISO 20022) und die Möglichkeit, Zahlungssysteme international zu verknüpfen, um Kosten und Geschwindigkeit zu optimieren.
Die durchschnittlichen Kosten für eine Überweisung von 200 US-Dollar aus dem Vereinigten Königreich lagen im ersten Quartal 2025 bei 5,2 Prozent.
Ambitioniert, aber komplex
Die Pläne der BoE für die nächste Generation der Zahlungssysteme sind ambitioniert und zielen darauf ab, Großbritannien an der Spitze der digitalen Finanzinnovation zu halten.
Die Integration von tokenisiertem Geld und die Schaffung eines echten Multi-Geld-Ökosystems stellen jedoch erhebliche technische und regulatorische Herausforderungen dar.
Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, ob die Industrie die neuen Optionen annimmt und die Interoperabilität über verschiedene Geldformen hinweg nahtlos funktioniert.
Quelle: Sarah Breeden: Talking 'bout next generation
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