Hunter: Nahost-Konflikt treibt Inflation in Australien
BIS Speech Read in English

Hunter: Nahost-Konflikt treibt Inflation in Australien

Sarah Hunter, stellvertretende Gouverneurin der Reserve Bank of Australia (RBA), erläutert die Inflationsaussichten im Kontext des Iran-Konflikts. Sie betont, wie externe Schocks die Preisentwicklung beeinflussen.

Direkte Schockwellen aus dem Nahen Osten

Sarah Hunter erläuterte das Inflationsziel der RBA: eine durchschnittliche Preissteigerung des Verbraucherpreisindex (VPI) zwischen 2 und 3 Prozent pro Jahr.

Die Zentralbank konzentriert sich auf die durchschnittliche Entwicklung aller Güter und Dienstleistungen, nicht auf relative Preisänderungen einzelner Posten, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen.

Der Nahost-Konflikt stellt einen klaren externen Schock dar, der die globalen Öl- und Erdgaspreise beeinflusst.

Dies führt direkt zu höheren Benzinpreisen in Australien, die ihren Höhepunkt bei 36 Prozent Anstieg erreichten.

Die RBA-Prognosen vom Mai sehen die Headline-Inflation im Juni-Quartal bei 4,8 Prozent, deutlich höher als im Februar erwartet.

Indirekte Effekte und Er­war­tungs­ma­nage­ment

Höhere Kraftstoffpreise beeinflussen auch indirekt die Kosten, da sie 2 bis 2,5 Prozent der Produktions- und Vertriebskosten anderer Güter und Dienstleistungen im VPI ausmachen.

Dies betrifft Sektoren wie Transport, Lebensmittel und Bau.

Die Geschwindigkeit der Kostenweitergabe hängt von den Kapazitätsengpässen ab; die RBA geht von einer relativ schnellen Weitergabe aus.

Entscheidend ist das Management der Inflationserwartungen: Steigende Erwartungen können sich in Verträgen verfestigen und zu Zweitrundeneffekten führen.

Dies würde die Rückführung der Inflation erschweren und eine stärkere wirtschaftliche Verlangsamung erfordern.

Alte Lehren, neue Risiken

Hunters Rede unterstreicht die zeitlosen Prinzipien der Geldpolitik, insbesondere die Notwendigkeit, Inflationserwartungen fest zu verankern.

Sie zeigt jedoch auch auf, wie externe Schocks und bestehende Kapazitätsengpässe diese Aufgabe in einem volatilen Umfeld erschweren.

Die RBA muss daher wachsam bleiben, um Preisstabilität ohne unnötige wirtschaftliche Kosten zu gewährleisten.