Finanzfaktoren treiben Renminbi-Internationalisierung
Eine neue BIS-Studie zeigt, dass Finanzfaktoren die Internationalisierung des Renminbi (RMB) stärker vorantreiben als bisher angenommen. Die Analyse basiert auf Daten der Dreijahresumfrage 2025 zum globalen Devisenhandel.
Die verschobenen Kräfte des Renminbi
Die Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beleuchtet die Triebkräfte hinter der globalen Verbreitung des Renminbi (RMB) und nutzt dafür die umfassenden Daten der BIZ-Dreijahresumfrage 2025.
Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die kaum signifikante Effekte realwirtschaftlicher oder finanzieller Verbindungen zu China feststellten, identifizieren die Autoren nun eine entscheidende Rolle für Finanzfaktoren.
Insbesondere Bankenverbindungen zu China erweisen sich als Schlüsselfaktor, selbst über kurze Zeiträume hinweg.
Diese finanziellen Verbindungen verstärken marktgetriebene „Konvergenzmuster“, bei denen sich der RMB-Handel an seine Unter- oder Überrepräsentation im gesamten Devisenhandel eines Standorts anpasst.
Die Konvergenz verläuft jedoch langsamer als zuvor berichtet, während die Bedeutung finanzieller Treiber zugenommen hat.
Für die langfristige geografische Verteilung des RMB-Handels dominieren finanzielle Verbindungen, einschließlich politisch gesteuerter Variablen wie qualifizierte Investorenlizenzen, obwohl Handelsbeziehungen ebenfalls signifikant beitragen.
Finanzielle Dominanz und politische Lenkung
Finanzielle Faktoren dominieren die realwirtschaftlichen Treiber im RMB-Handel.
Bankenverbindungen zu China und die Anzahl der Lizenzen für qualifizierte Investoren (QFI) erklären über 80 Prozent der Variation zwischen den Handelszentren.
Ein um ein Prozent höherer grenzüberschreitender Bankenanspruch und -verbindlichkeiten gegenüber China ist mit einem um 0,72 Prozent höheren RMB-Umsatz verbunden.
Zehn zusätzliche QFI-Lizenzen korrelieren mit einem um ein Prozent höheren RMB-Umsatz.
Diese Effekte sind beträchtlich, da Hongkong SAR über 300 solcher Lizenzen verfügt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die chinesische Regierungspolitik, die auf eine stärker staatlich gelenkte Internationalisierung des RMB abzielt, einen messbaren Einfluss hat.
Dies steht im Einklang mit den politischen Verschiebungen, die auf dem 19. Parteitag sichtbar wurden.