Stablecoins: BIZ-Gouverneurin Krogstrup warnt vor Risiken
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Stablecoins: BIZ-Gouverneurin Krogstrup warnt vor Risiken

BIZ-Gouverneurin Signe Krogstrup beleuchtet in einer Rede die Herausforderungen von Stablecoins für Geldpolitik und Finanzstabilität. Sie betont die Notwendigkeit, die Balance zwischen öffentlichem und privatem Geld neu zu bewerten.

Technologie trifft Stabilität: Stablecoins im Fokus

Stablecoins sind digitale Token, die einen festen Wert gegenüber Fiat-Währungen halten, typischerweise durch Bargeld oder kurzfristige Staatsanleihen gedeckt.

Sie ähneln Geldmarktfondsanteilen, nutzen aber Distributed-Ledger-Technologie (DLT) für Übertragbarkeit ohne Bankkonto.

DLT bietet Vorteile wie 24/7-Betrieb und Programmierbarkeit, doch die anfänglichen Ambitionen, Bitcoin als dezentrale Alternative zu Banken zu etablieren, wurden nicht erfüllt.

Bitcoin erwies sich als zu volatil und langsam.

Stablecoins kombinieren DLT-Vorteile mit Fiat-Stabilität und institutionellem Vertrauen.

Ihre Hauptanwendungen sind Zahlungen und Abwicklung für Krypto-Assets, grenzüberschreitende Retail-Zahlungen und der Zugang zu Fiat-Währungen als Wertspeicher.

Trotz dieser Potenziale bleibt die Akzeptanz begrenzt, hauptsächlich innerhalb des Krypto-Ökosystems.

Die globale Marktkapitalisierung erreichte 2025 etwa 300 Milliarden US-Dollar, was einem halben Prozent des US-Aktienmarktes entspricht.

Politische Dynamik und neue Regeln

Das gestiegene Interesse an Stablecoins ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: sich ändernde politische Dynamiken und ein neues regulatorisches Umfeld.

Die US-Regierung unterstützt Stablecoins zunehmend, da dollar-denominierte Stablecoins die internationale Rolle des Dollars stärken und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen stützen könnten.

Gleichzeitig äußern die EU und andere Jurisdiktionen strategische Bedenken hinsichtlich der Dominanz US-basierter Zahlungssysteme.

Regulatorische Rahmenwerke wie MiCAR in der EU und Initiativen in den USA (GENIUS Act, Clarity Act) schaffen mehr Klarheit bei der Reservezusammensetzung und Vergütung, was Barrieren für institutionelle Teilnehmer senken könnte.

Obwohl die Marktkapitalisierung 2025 um 50 Prozent wuchs und Finanzinstitute Stablecoins erkunden, bleibt der breite Erfolg ungewiss.

Potenzial mit bekannten Risiken

Stablecoins könnten Innovationen im Zahlungsverkehr anstoßen, bergen aber bekannte Risiken wie Liquiditäts- und Kredit-Mismatches, die zu Bank-Runs führen könnten.

Ihre potenzielle systemische Relevanz erfordert eine koordinierte internationale Regulierung, um Finanzstabilität und monetäre Souveränität zu wahren.

Die Debatte um Seigniorage und Datenhoheit unterstreicht zudem die Notwendigkeit, die Balance zwischen öffentlichem und privatem Geld neu zu definieren.

Quelle: Signe Krogstrup: Stablecoins and money

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