Zentralbank-Rolle bei Naturkatastrophen: Núñez über Valencias Flut
Soledad Núñez, Vize-Gouverneurin der Banco de España, erläutert die wirtschaftlichen Folgen von Naturkatastrophen und die Rolle der Zentralbank bei deren Bewältigung. Sie nutzte die Flutkatastrophe in Valencia 2024 als Fallstudie.
Valencias Flut: Sofortiger Schock, schneller Rebound
Extreme Regenfälle wie die Flutkatastrophe in Valencia im Oktober 2024 verursachen verheerende soziale und wirtschaftliche Schäden.
Die Vize-Gouverneurin der Banco de España, Soledad Núñez, erläuterte die Folgen: Unmittelbar nach dem Ereignis kam die Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen, was zu einem vorübergehenden Rückgang des spanischen BIP im vierten Quartal 2024 um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte führte.
Weitreichender war die Zerstörung von Sachwerten und Vermögen, die in der Provinz Valencia auf über 17 Milliarden Euro geschätzt wird – mehr als 20 Prozent des BIP von 2023. Kurzfristig jedoch belebten Wiederaufbaumaßnahmen und staatliche Hilfen die Wirtschaft.
Das spanische Versicherungskonsortium Consorcio bearbeitete bis Januar 2026 über 250.000 Schadensmeldungen und zahlte 4,1 Milliarden Euro aus.
Der Finanzsektor blieb stabil, ohne Anzeichen systemischer Risiken.
Anpassung ist Schlüssel: Zentralbank als Frühwarnsystem
Mittel- und langfristig können Naturkatastrophen die Produktivkapazität mindern, aber auch Investitionen in modernere, effizientere Anlagen anstoßen, etwa durch den Einsatz von KI.
Aus Zentralbank-Sicht ist schnelles Handeln entscheidend: Die Banco de España überwachte die Finanz- und Wirtschaftslage, um das Ausmaß der Katastrophe zu verstehen.
Dafür sind hochwertige Daten und der Informationsaustausch zwischen Institutionen unerlässlich.
Zudem sorgte die Zentralbank für die Funktionsfähigkeit des Zahlungssystems und ermöglichte den Umtausch beschädigter Banknoten.
Langfristig muss die Wirtschaft an den Klimawandel angepasst werden, um die Resilienz des Finanzsystems zu stärken.
Mechanismen wie das Consorcio sind dabei von großer Bedeutung.
Vorsorge statt Nachsorge: Eine teure Lektion
Naturkatastrophen zeigen: Sofortige Hilfen federn den Schock ab, doch die langfristigen Folgen bleiben komplex und erfordern proaktive Anpassung.
Die Schwierigkeit, präzise Klimarisiko-Stresstests zu entwickeln, betont den Bedarf an besseren Daten und Forschung.
Investitionen in Umweltschutz und Resilienz sind daher keine Option, sondern eine ökonomische Notwendigkeit.