Soledad Núñez: Banken vor digitaler Transformation und Geopolitik
Die stellvertretende Gouverneurin der Banco de España, Soledad Núñez, präsentierte die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift "Papeles de Economía Española". Sie beleuchtete darin die neuen Herausforderungen für den Bankensektor, von KI bis zu Klimarisiken.
Künstliche Intelligenz prägt die Zukunft
Die digitale Transformation, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI), wird den Finanzsektor grundlegend verändern.
Soledad Núñez betonte, dass KI bereits heute Effizienz steigert und das Kundenerlebnis verbessert, aber auch erhebliche Herausforderungen birgt.
Dazu zählt die Erklärbarkeit von KI-generierten Outputs und die Notwendigkeit robuster Governance.
Ein Artikel der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt, dass die meisten Banken bereits Tools zur Überwachung von KI-Modellen einsetzen.
Obwohl KI derzeit hauptsächlich im Kredit-Scoring und der Betrugserkennung genutzt wird, ist eine Ausweitung auf andere Bereiche wahrscheinlich.
Daher sind klare ethische und sichere Grundlagen für den KI-Einsatz unerlässlich.
Digitale Märkte und geopolitische Risiken
Die Digitalisierung geht über KI hinaus und führt zu dezentralisierten, programmierbaren Finanzmärkten mit neuen Akteuren und Produkten.
Es ist entscheidend, diese Technologien in solide institutionelle Rahmenwerke einzubetten, um Anlegerschutz und Finanzstabilität zu gewährleisten.
Operative Resilienz und robuste Daten-Governance sind hierbei von zentraler Bedeutung.
Núñez hob zudem geopolitische Risiken als strukturelle Herausforderung hervor.
Banken müssen ihre Fähigkeit stärken, diese Risiken zu überwachen und in ihre Modelle zu integrieren, um auf disruptive Szenarien reagieren zu können.
Die fiskalischen Spielräume der Regierungen könnten bei künftigen Schocks begrenzt sein.
Nachhaltigkeit als Chance und Pflicht
Nachhaltigkeit ist keine bloße Regulierungsfrage, sondern eine Voraussetzung für langfristige Finanzstabilität, die nicht von politischen Strömungen abhängen darf.
Die wissenschaftlichen Belege für die negativen Folgen von Untätigkeit sind eindeutig, weshalb sich Wirtschaft und Finanzsystem an den Klimawandel anpassen müssen.
Trotz fehlender hochwertiger Daten für verlässliche Übergangspläne bietet die Transformation hin zur Nachhaltigkeit auch erhebliche Geschäftschancen und stärkt die Resilienz.
Der Finanzsektor muss als Treiber dieses Wandels für die gesamte produktive Wirtschaft agieren.