Neue Prinzipien für solides Management von Drittparteienrisiken
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Neue Prinzipien für solides Management von Drittparteienrisiken

Neue Leitlinien des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) sollen das Management von Drittparteienrisiken bei Banken stärken. Sie adressieren Ausfälle kritischer Dienste, Lieferketten- und Konzentrationsrisiken.

Chance und Risiko durch externe Dienstleister

Banken nutzen Drittparteien-Dienstleister (TPSPs) für spezialisiertes Fachwissen, Kostensenkungen und verbesserte Effizienz.

Diese externen Arrangements ermöglichen es Instituten, sich auf ihre Kernaktivitäten zu konzentrieren.

Sie bergen jedoch auch erhebliche Risiken, da die direkte Kontrolle über Operationen und Daten reduziert wird.

Zu den Hauptgefahren zählen Ausfälle kritischer Dienste, die die Funktionsfähigkeit einer Bank gefährden können.

Zudem entstehen Risiken in der Lieferkette der TPSPs ('Nth-Party-Risiken') sowie Konzentrationsrisiken, wenn Banken von wenigen Anbietern abhängig sind.

Letzteres kann sogar systemische Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor haben.

Ein robustes Risikomanagement ist daher unerlässlich, um operative Störungen zu überstehen und deren Auswirkungen zu mindern.

Zwölf Prinzipien für den gesamten Lebenszyklus

Die Prinzipien des Basler Ausschusses (BCBS) ersetzen ein älteres Papier von 2005 und bauen auf Leitlinien zur operationellen Resilienz auf.

Sie sollen unterschiedliche Risikomanagementpraktiken von Banken berücksichtigen und die internationale Zusammenarbeit fördern, um regulatorische Fragmentierung zu reduzieren.

Die zwölf Prinzipien sind entlang des Lebenszyklus einer Drittparteienbeziehung strukturiert.

Die ersten beiden befassen sich mit Governance, Risikomanagement und Strategie.

Die Prinzipien 3 bis 9 decken das Management von TPSP-Risiken in Phasen wie Risikobewertung, Due Diligence, Vertragsgestaltung, Onboarding, Überwachung und Beendigung ab.

Die Prinzipien 10 bis 12 geben Hinweise für die Aufsichtsbehörden.

Mehr als nur eine Checkliste

Diese Prinzipien sind mehr als eine bloße Checkliste; sie zwingen Banken zu einem ganzheitlichen Blick auf ihre externen Abhängigkeiten.

Die proportionale Anwendung ist entscheidend, um kleinere Institute nicht zu überfordern, birgt aber das Risiko unterschiedlicher Interpretationen.

Für international aktive Großbanken sind diese Leitlinien ein notwendiger Schritt zur Stärkung der operativen Resilienz im digitalen Zeitalter.