Firmenrettung: Weniger Volatilität, langsamerer Wachstum
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Firmenrettung: Weniger Volatilität, langsamerer Wachstum

Sollten finanziell angeschlagene Firmen gerettet werden, auch wenn dies weniger produktive Unternehmen am Leben hält und das Wirtschaftswachstum dämpft? Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of St. Louis untersucht diesen fundamentalen Zielkonflikt.

Das Paradox der weichen Kredite

Eine neue dynamische allgemeine Gleichgewichtsstudie der Federal Reserve Bank of St. Louis untersucht den Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Stabilisierung und Wachstum.

Die Ökonomen Miguel Faria e Castro, Pascal Paul und Juan M. Sánchez entwickeln ein Modell mit Konjunkturzyklen, endogenem Wachstum und Innovations-Externalitäten.

Sie kalibrieren Schlüsselparameter mit Mikrodaten und einem Instrumentalvariablen-Ansatz, der das Produktivitätswachstum von Unternehmen mit F&E-Ausgaben verknüpft.

Die Ergebnisse zeigen: Volkswirtschaften, die angeschlagene Firmen durch Kreditgarantien, Umschuldungen oder 'Loan Evergreening' retten, erleben zwar geringere Volatilität, aber auch ein langsameres Wachstum.

Das Bruttoinlandsprodukt wächst in diesen 'Soft Credit'-Regimen jährlich um 0,33 bis 0,39 Prozentpunkte weniger als in einer 'Hard Credit'-Ökonomie ohne solche Interventionen.

Die Verdopplung des BIP dauert dadurch 5 bis 6 Jahre länger.

Kurzfristige Gewinne, langfristige Kosten

Die Studie zeigt, dass die Rettung unproduktiver Firmen die durchschnittliche Produktivität der verbleibenden Unternehmen senkt.

Dies erhöht die F&E-Kosten für andere Firmen und reduziert Innovation und Wachstum.

Obwohl das Wohlfahrtsniveau in einer Wirtschaft ohne Interventionen am höchsten ist, können 'Soft Credit'-Regime als Gleichgewichtsergebnisse entstehen, wenn eine wohlwollende Regierung diskretionär in die Kreditmärkte eingreift.

Ohne die Verpflichtung zu zukünftigen Politiken neigen politische Entscheidungsträger dazu, sich auf kurzfristige Stabilisierungsgewinne zu konzentrieren.

Dies führt zu einer Bevorzugung der Rettung angeschlagener Unternehmen, was langfristig zu Wohlfahrtsverlusten von 4,2 bis 5,2 Prozent im Vergleich zu einer 'Hard Credit'-Wirtschaft führen kann.

Quelle: Stabilization vs. Growth

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