Stablecoin-Flüsse beeinflussen Devisenmärkte und Finanzstabilität
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Stablecoin-Flüsse beeinflussen Devisenmärkte und Finanzstabilität

Eine neue Studie der BIZ dokumentiert kausale Spillover von Stablecoin-basierten Devisenmärkten auf traditionelle FX-Märkte. Ein Anstieg der Stablecoin-Zuflüsse um 1 Prozent erhöht Paritätsabweichungen um 40 Basispunkte und schwächt die lokale Währung.

Stablecoin-Zuflüsse verzerren Devisenmärkte

Die Studie der BIZ belegt erstmals kausale Spillover von Stablecoin-basierten Devisenmärkten auf traditionelle FX-Märkte.

Mittels eines granularen Instrumentals, das idiosynkratische Schocks in Stablecoin-Nettozuflüssen anderer Währungen nutzt, zeigen die Ökonomen einen direkten Zusammenhang.

Ein exogener Anstieg der Stablecoin-Nettozuflüsse um 1 Prozent führt demnach zu einer Erhöhung der Paritätsabweichungen um 40 Basispunkte.

Gleichzeitig schwächt dies die lokale Währung um 5 Basispunkte und weitet das Dollar-Premium in synthetischen Funding-Märkten (Covered Interest Parity, CIP-Abweichungen) um 5 bis 10 Basispunkte aus.

Ein Modell des beschränkten Arbitragehandels untermauert diese Erkenntnisse und liefert die strukturellen Grundlagen für die Identifikationsstrategie.

Segmentierte Märkte und Arbitragegrenzen

Die Forscher dokumentieren zunächst erhebliche Paritätsabweichungen zwischen dem Erwerb von US-Dollar über Stablecoins und dem traditionellen Spot-FX-Markt.

Diese Abweichungen sind besonders ausgeprägt in Volkswirtschaften mit makroökonomischer Instabilität oder Kapitalverkehrskontrollen.

Ein theoretisches Modell rationalisiert diese Befunde durch ein Framework segmentierter Arbitrage.

Hierbei verbinden bilanzbeschränkte Intermediäre die Märkte, wobei die Stablecoin-Angebotsseite als perfekt elastisch angenommen wird.

Cross-Book-Trader schaffen länderübergreifende Verknüpfungen, die die Identifikationsstrategie des Instruments rechtfertigen.

Neue Risiken im globalen Währungssystem

Diese Studie etabliert Stablecoins als relevantes, wenn auch noch junges, Segment der globalen Währungsmärkte.

Die dokumentierten Spillover-Effekte auf traditionelle Devisenmärkte bergen direkte Implikationen für die Finanzstabilität, insbesondere bei Intermediärverlusten.

Regulierungsbehörden müssen die Interdependenzen zwischen Krypto- und Fiat-Märkten genau beobachten, um systemische Risiken frühzeitig zu erkennen.

Quelle: Stablecoin flows and spillovers to FX markets

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