BIS-Studie: Stablecoin-Vergütung an Börsen
Eine neue BIS-Studie von Wenqian Huang, Nikola Tarashev und Xinyi Wang beleuchtet, wie zentralisierte Krypto-Börsen Stablecoin-Halter vergüten. Dabei werden zwei Modelle unterschieden, die unterschiedliche Risikoprofile und makrofinanzielle Implikationen haben.
Zwei Modelle, unterschiedliche Risiken
Zentralisierte Börsen vergüten Stablecoin-Halter über zwei Hauptmodelle: 'aktivitätsbasiert' und 'reservebasiert'.
Das aktivitätsbasierte Modell, exemplarisch durch Binance, generiert Renditen aus den Marktaktivitäten der Börse wie Kreditvergabe und Handel.
Diese Renditen sind hoch volatil und folgen den Kreditraten, oft über 20 Prozent während Krypto-Rallyes.
Dies setzt Halter einem Kontrahentenrisiko aus, da Stablecoins für risikoreiche Eigenaktivitäten der Börse genutzt werden könnten.
Im Gegensatz dazu verknüpft das reservebasierte Modell, angewendet von Coinbase und Circle für USDC, Renditen mit den Erträgen aus den Reserveanlagen des Stablecoin-Emittenten, wie Staatsanleihen und Bankeinlagen.
Diese Renditen sind wesentlich stabiler und folgen eng den geldpolitischen Leitzinsen, ähnlich traditionellen Geldmarktinstrumenten.
Die Unterscheidung ist entscheidend für das Verständnis des Risikoprofils von Stablecoin-Haltern und der makrofinanziellen Implikationen einer weitreichenden Stablecoin-Adoption.
Geldpolitik: Direkte vs. indirekte Effekte
Die beiden Vergütungsmodelle reagieren unterschiedlich auf Änderungen der Geldpolitik.
Beim reservebasierten Modell ist der Zusammenhang direkt: Zinsänderungen beeinflussen die Rendite der Reserveanlagen und damit die an die Stablecoin-Halter gezahlte Rendite.
Die USDC-Rendite auf Coinbase folgt den Leitzinsen mit geringer Verzögerung.
Beim aktivitätsbasierten Modell wirken zwei Kanäle: der Benchmark-Rendite-Kanal und der Aktivitäts-Kanal.
Eine Leitzinserhöhung kann zwar die Benchmark-Renditen steigern, aber auch die Krypto-Marktaktivität dämpfen.
Dies kann zu gegenläufigen Effekten führen.
Die Studie zeigt, dass nach einer Leitzinssenkung der Aktivitätskanal dominiert, was zu einem Anstieg der USDT- und USDC-Renditen auf Binance führt.
Mehr als nur eine Randnotiz
Die Studie liefert wichtige Einblicke in die komplexen Mechanismen der Stablecoin-Vergütung und deren potenzielle Risiken.
Sie unterstreicht, dass Stablecoins je nach Modell als Ersatz für Bankeinlagen oder als risikoreiche Anlageinstrumente fungieren können.
Für Regulierungsbehörden sind diese Erkenntnisse entscheidend, um die makrofinanziellen Implikationen einer breiten Stablecoin-Adoption besser einschätzen zu können.
Quelle: Stablecoin remuneration on centralised exchanges
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