Stablecoins: De Cos betont Zentralbank-Anker
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Stablecoins: De Cos betont Zentralbank-Anker

Stablecoins haben Potenzial, doch ihre aktuelle Form birgt Risiken für die Finanzstabilität. Pablo Hernández de Cos von der BIZ betont die unverzichtbare Rolle des Zentralbankgeldes als monetären Anker.

Potenzial trifft auf Realität

Stablecoins sind Kryptoassets, die einen stabilen Wert gegenüber einer Referenzwährung, meist dem US-Dollar, anstreben.

Sie zirkulieren auf öffentlichen Blockchains und bieten technologische Vorteile wie Programmierbarkeit und atomare Abwicklung, die automatische Zahlungen und gleichzeitige Lieferung und Bezahlung ermöglichen.

Sie dienen als Ein- und Ausstiegspunkt für das Krypto-Ökosystem, als Kollateral für Handelsstrategien und potenziell für grenzüberschreitende Zahlungen.

Auch als Wertaufbewahrungsmittel für US-Dollar in Schwellen- und Entwicklungsländern (EMDEs) sind sie attraktiv.

Trotz starken Wachstums bleibt die Marktkapitalisierung von Stablecoins mit rund 315 Milliarden US-Dollar (Anfang April 2026) gering im Vergleich zu traditionellen Bankeinlagen.

Ihr Einsatz für Realwirtschaftstransaktionen ist mit geschätzten 390 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 bescheiden, während das Transaktionsvolumen im Krypto-Ökosystem bei 35 Billionen US-Dollar liegt.

Etwa 98 Prozent der Stablecoins sind in US-Dollar denominiert und finden primär im On-Chain-Handel statt.

Regulierung und Design als Hürden

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass selbst gut konzipierte Regulierungsrahmen die Stablecoin-Nutzung nicht signifikant erhöht haben.

Japanische Yen-Stablecoins machen weniger als 0,01 Prozent der US-Dollar-Stablecoins aus, während nicht-konforme Stablecoins wie Tether's USDT das stärkste Wachstum verzeichnen.

Dies deutet darauf hin, dass die Fähigkeit, außerhalb regulatorischer Perimeter zu agieren, die Wirksamkeit von Rahmenwerken untergraben kann.

Zudem ähneln die größten Stablecoin-Emittenten wie Tether und Circle aufgrund von Einlösungshemmnissen eher Wertpapieren als Geld.

Um eine zentrale Rolle im Finanzsystem zu spielen, müssten Stablecoins sich zu einem zuverlässigen Zahlungsmittel entwickeln.

Mehr als nur Technologie

Stablecoins versuchen, das Vertrauen in Fiat-Währungen zu nutzen, doch der monetäre Anker der Zentralbanken bleibt unverzichtbar.

Geld ist letztlich mehr als nur Technologie; es ist eine institutionelle Errungenschaft, die auf Vertrauen und internationaler Zusammenarbeit gedeiht.

Ohne eine solide Verankerung im etablierten Finanzsystem bleiben Stablecoins ein Nischenprodukt mit erheblichen Risiken.

Quelle: Stablecoins: framing the debate

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