Miran: Fed-Bilanzabbau ist machbar, aber braucht Zeit
BIS Speech Read in English

Miran: Fed-Bilanzabbau ist machbar, aber braucht Zeit

Stephen I Miran, Mitglied des Federal Reserve Board, plädiert für einen substanziellen Abbau der Fed-Bilanz. Er betont, dass dies machbar, aber ein langsamer Prozess sei, um Marktstörungen zu vermeiden.

Vorteile einer schlankeren Fed-Bilanz

Miran erläutert die Gründe für einen Bilanzabbau der Federal Reserve.

Er unterscheidet zwischen den Regimen "knapper", "ausreichender" und "überreichlicher" Reserven.

Vor 2008 agierte die Fed mit knappen Reserven, steuerte den Federal Funds Rate durch aktive Marktoperationen.

Nach der Finanzkrise wechselte sie zu einem Regime ausreichender Reserven, in dem die Zinssteuerung primär über administrierte Sätze erfolgt.

Quantitative Easing (QE) führte zu überreichlichen Reserven.

Ein kleinerer Bilanzumfang minimiert staatlich induzierte Marktverzerrungen, senkt das Risiko von Mark-to-Market-Verlusten und die Volatilität der Überweisungen an das Finanzministerium.

Zudem schützt er die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik, indem er das Dauerprofil des öffentlichen Schuldenstands als fiskalpolitisches Instrument bewahrt und die Fed aus der Kreditallokation heraushält.

Ein weiterer Vorteil ist die Bewahrung von "trockenem Pulver" für zukünftige Krisen, falls der Leitzins wieder an die Nullgrenze stößt.

Herausforderung und Lösungsansätze

Miran sieht den Bilanzabbau als lösbare Herausforderung, die jedoch Vorstellungskraft erfordere.

Er argumentiert, dass ein Vorkrisenniveau aufgrund gestiegener Reservenachfrage unrealistisch sei.

Stattdessen schlägt er vor, die Grenzen zwischen den Regimen knapper und ausreichender Reserven zu verschieben, um eine Politik ausreichender Reserven beizubehalten, aber mit einer kleineren Bilanz.

Er verweist auf ein von ihm mitverfasstes Working Paper, das konkrete Schritte aufzeigt.

Diese umfassen regulatorische Anpassungen, die Entstigmatisierung von Notenbankfazilitäten und gezielte Offenmarktoperationen, um die Nachfrage nach Reserven zu reduzieren.

Ein langer Weg, aber die Richtung stimmt

Mirans Rede ist ein wichtiges Signal, dass der Bilanzabbau der Fed nicht nur wünschenswert, sondern auch machbar ist.

Die Betonung der Notwendigkeit vorbereitender Schritte und eines langsamen Tempos dämpft jedoch kurzfristige Erwartungen an eine schnelle Normalisierung.

Für die Märkte bedeutet dies eine klare langfristige Richtung, aber keine unmittelbaren disruptiven Veränderungen.